12. November 2009 um 0:46 (Nicht kategorisiert)
Es kam der Tag, an dem ich feststellte, dass meine Mutter nicht mehr die Frau war, die ich gekannt hatte. Das war ein Schock. Sie sprach von Dingen, die es nur für sie gab. Sie sprach unverständlich.
Die Beziehung existierte weiter, das sich-aufeinander-Beziehen, aber das Gegenüber war ein anderes geworden – ein körperlich sowieso, aber auch geistig äußerst fragiles Wesen, dabei aber von einem weisen, berührenden Tiefsinn oft, den ihr wichtigen Punkt in einem Satz treffend.
Die Pflegestation ist ein Segen. Wäre sie nicht, wäre ich schon lange bestimmt von negativen Gefühlen ihr gegenüber. So bin ich frei von allzugroßer Enge und kann lieben. Nur dass zwei Menschen, die sich wenig zu sagen haben, auf einem Zimmer zusammengelegt sind ist scheußlich.
Mehr und mehr aus der Vergangenheit wird für sie bedeutungslos – ist keine Möglichkeit der Gegenwart mehr. Zu reisen. Ja selbst in der Stadt größere Strecken zurückzulegen. Klavier zu spielen. Selbst zu malen.
Die Achtung für sie als Mutter ist noch da bei mir und bei vielen, für die sie einmal ähnliche Funktion hatte; der Wunsch, zurückzugeben der, die viel gegeben hat. Aber der Anblick dieses Menschen ruft heute so viel mehr Sorge und Zärtlichkeit hervor als Achtung.
Das Vermischen von Einbildung und Realität nimmt ab und wieder zu, es ist kein Prozess nur in derselben Richtung. Man gewöhnt sich daran. Es ist wie ein neuer Mensch, den man da trifft, der einen nur mehr an den alten erinnert. Einmal wird sie gehen, ganz verschwinden, aber das wird dann nur noch ein kleinerer Sprung sein – die ich einst kannte, ist schon jetzt teilweise verschwunden.
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28. März 2009 um 19:22 (Nicht kategorisiert)
Tags: auto, Benzinverbrauch, CO2, Hubraum, Motor, Teillastbetrieb, Verluste, Wirkungsgrad
Es ist immer seltsam, wenn man daher kommt und schreit: hier, das ist das Ei des Kolumbus, also eine bestimmte technische Lösung missionarisch in den Himmel hebt.
Nichtsdestotrotz will ich hier auf eine solche Lösung aufmerksam machen: den Gegenkolbenmotor.
Er besteht aus einem Brennraum für zwei Kolben, die darin gegeneinander laufen. Er könnte ein Viertakter, wenn man in der Mitte Ventile unterbringen würde, aber als Zweitakter ist er viel eleganter. Dann nämlich öffnen die Kolben am äußeren Totpunkt den Zuluft und den Abgaskanal. Durch eine leichte Phasenversetzung kann man erreichen, dass sich erst der Abgas- und dann der Zuluftkanal öffnet. So wird ein Gasaustausch erzielt, der ebensogut wie beim Viertakter ist. Der Zweitakter braucht einen Lader, der während des offenen Zylinders die frische Luft hineindrückt.
Der Hauptvorteil ist folgender:
Die Oberfläche des Brennraums ist eine der Hauptverlustquellen beim Verbrennungsmotors. In erster Näherung sind die Wärmeverluste nicht von der Motorleistung, sondern nur von dieser Oberflächengröße und der Ladung abhängig. Man möchte also zwei Ziele erreichen: ein großes Hub-zu-Bohrungsverhältnis (langen Hub), um die Oberfläche des Brennraums gering zu halten, und eine hohe Drehzahl, um bei gegebener Oberfläche, also gegebenen Verlusten, möglichst viel Nutzleistung zu erzielen. Großer Hub bedeutet aber große Beschleunigung von Bauteilen – wegen der begrenzten Materialfestigkeit sind Hub und Drehzahl ungefähr umgekehrt proportional. Wenn der Hub auf zwei Kolben aufgeteilt wird, lässt sich also im Prinzip die doppelte Drehzahl erreichen, d.h. doppelte Leistung bei gleichen Verlusten. Der Wirkungsgrad steigt.
Dieser Effekt trifft besonders auf den Teillastbereich zu, weil hier die Oberflächenverluste relativ größer sind als bei Volllast. Dies ist von Bedeutung, da unsere Autos vielleicht 80 % ihrer Zeit im unteren Teillastbereich gefahren werden.
Die Komplexität das Motors ist etwas geringer als die des Standard-Viertakters. Keine Zylinderköpfe, keine Ventile und Ventiltriebe und Nockenwellen, weniger Masse, da weniger Hubraum umbaut werden muss – dafür zwei Kurbelwellen, die über Zahnräder synchronisiert werden müssen und der Lader.
Nachteile gibt es leider auch. Dadurch dass die Lauffläche für den Ein- und Auslass unterbrochen ist, gerät Öl in den Gasstrom, insbesondere ins Abgas. Ob sich das wegentwickeln lässt ist die Frage. Es erfordert eben Risiko einzugehen.
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17. Dezember 2008 um 2:43 (Klima und Energie, Nicht kategorisiert, Technik)
Tags: auto, Automatik, Hybridautolt, Verluste, Wärmeleitung
Also hauen wir weiter in die Autotechnik-Kerbe und spielen den Spinner:
Wenn es kein Hybridauto ist, hat der Motor zwei oder drei Zylinder unterschiedlichen Hubraums, die alternativ laufen. Grund: die Verluste durch Wärmeleitung sind hoch und hängen in erster Näherung nur von der Verbrennungsraumoberfläche ab. So wird Leistung immer mit dem kleinstmöglichen Zylinder erbracht.
Innerhalb eines Motorbereichs regelt der Fahrer mit dem Gaspedal über eine kontinuierliche Automatik nur noch die Drehzahl anstatt die Zylinderladung.
Wenn es ein Hybridauto ist, kennt der Verbrennungsmotor nur noch zwei Betriebszustände: „optimale Zylinderladung und Drehzahl“ und „aus“.
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28. Februar 2004 um 14:09 (Nicht kategorisiert)
Wickle mich morgens aus der Depression aus – da war doch was – es gibt doch Gedanken, die alles verändern, alles besser machen. Statt dessen merke ich, wie ich über die A-26 nachdenke (ein Amibomber von vor 60 Jahren). Ich will das verscheuchen – Husch, Husch, weg da!! Also: „Ich erschaffe mir glückliches Leben, Lieben, Arbeiten, Meditieren…“ . Da ist die Hoffnung, dass so eine Formel, nur oft genug gedacht, letztlich das große Lebensschiff in die richtige Richtung zieht wie ein konstanter Zug an einem noch so dünnen Tau. Doch der Verdruss ist ziemlich zäh. Oben rumort der Mitbewohner und seine Kinder. Ich stehe auf, stehe im Schlafanzug in der Küche herum und finde heraus, was einzukaufen ist. Noch joggen? Das täte sicher gut. Aber es ist schon reichlich spät…
. Die Biochronologie sagt sowieso, dass der Körper nachmittags besser auf Anstrengung eingestellt ist. Kaufe dann ein, beim örtlichen Bioladen, in dem mit einer guten mechanischen Waage gewogen und mit Papier und Kugelschreiber zusammengerechnet wird. Als ich hierherzog, war ich platt, dass jemand so cool sein kann. Ein wahres Kleinod. Und beim örtlichen Edeka, wo die Leute immer so gut drauf sind, freundlich, menschlich. Sicher ist es etwas teurer. Ein eigentümliche Art Luxus – eben eine Entscheidung, sein Geld so oder anders auszugeben, in einer Zeit, in der der durchschnittliche deutsche Haushalt nur noch 12 % seines Nettoeinkommens für Lebensmittel benötigt. Frühstücken. Radiohören. Es ist dreckig. Anfangen zu putzen – eben das Nächstliegende.
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8. Februar 2004 um 1:02 (Nicht kategorisiert)
ist strukturähnlich einem sliding frame im Lempel-Ziv-Algorithmus – die Welt ist ein Datenstrom, Eindrücke werden im Wörterbuch gemerkt und können wiedererkannt werden. Das Wörterbuch passt sich an; ungebrauchte Inhalte werden durch aktuelle ersetzt. Die Zukunft ist a priori ungeformt.
(Diese Erkenntnis kam mir während der Awareness Understanding Meditation. Meditation ist immer gut für Erkenntnisse. Sie rief das Glück des
Erkennens hervor.)
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