Über die verschiedenen konstruktiven Selbstbeziehungen

Dieses mag etwas pedantisch wirken, aber mir hilft es. Die Beschäftung damit bewirkt das, was man im angsächsischen Sprachraum „priming“ des Geistes nennt, d.h. den Wahrnehmungskontext verändern. Der Bedeutungsraum überschneidet sich natürlich stark, und die Qualitäten verstärken sich untereinander. Man kann aber doch unterschiedliche Schwerpunkte benennen:

Selbstachtung Ist für mich die Fähigkeit, Anstrengungen durchzustehen. Kann für sich selbst sein, für Andere, manchmal auch für sich selbst und gegen Andere.
Selbstsicherheit Ist für mich vor allem, innerlich ruhig zu bleiben in konfliktbehafteten Interaktionen, weil man sich innerlich Integer weiß. Ein o.k.-Gefühl, das konstant bleibt oder schnell wiederhergestellt werden kann – manchmal, indem man anerkennt, dass der*die Andere Recht hat.
Selbstwertgefühl Ist für mich das Gefühl, gleichwertig zur Gemeinschaft dazuzugehören, genügend beizutragen, ein gewisses konstantes Vertrauen in die Achtung und auch Zuneigung der Anderen. Geht einher mit ähnlichen Gefühlen, die man für die Anderen hegt.
Selbstvertrauen Ist für mich das Vertrauen in meine Fähigkeiten, bekannte oder unbekannte Herausforderungen bewältigen zu können. Wächst durch Erfolge.
Selbstliebe Ist für mich am schwierigsten zu definieren: Ich denke, zu wissen was einem guttut, nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig, und entsprechend zu entscheiden und zu handeln. Beinhaltet die Liebe für Andere, denn die tut einem selbst auch gut.

 

Über Veränderung

Man probiere die Sichtweise aus, dass niemand den Lauf der Welt ändern kann.

Natürlich nehmen wir Veränderung wahr.

Sie ist jedoch nur der Übergang von Unsichtbaren zum Sichtbaren, vom Unbekannten zum Bekannten, vom Äußeren zum Inneren.

Dies trifft auch auf Veränderungen zu, die aus uns kommen, d.h. die wir als von uns verursacht wahrnehmen.

(Für das Bewusstsein ist das Unbewusste außen.)

Das ist keineswegs pessimistisch oder fatalistisch; Veränderung kann sich sehr freudig anfühlen und sehr aktiv.

 

State of the globe: Bevölkerungswachstum und Verhütungsmittel, Nachtrag

Die geschätzte jährliche Zahl der ungeplanten Schwangerschaften (87 Millionen, Quelle) ist höher als der Geburtenüberschuss der Weltbevölkerung (ca. 70 Millionen).

Die Zahl der Frauen, die zu geringen Zugang zu Verhütungsmitteln und Beratung haben, ist etwa drei mal so hoch. (siehe auch meinen früheren Post hier).

Dies zeigt die immense Bedeutung, die dieses Thema hat – nicht nur für jedes einzelne Paar, das weniger, dafür besser ernährte und ausgebildete Kinder aufzieht, sondern auch für das ganze Land, den ganzen Globus.

Der Guardian hat diesem Thema eine Reihe von Artikeln gewidmet. Hier kann man die Steigerung der Verhütungsmittelverwendung in verschiedenen Ländern und Erdteilen verfolgen, und hier, wie die Informationsverbreitung über Friseursalons funktioniert.

Tu dir nicht leid, tu dir freud!

Noch ein Aphorismus also.

Erinnert ihr euch noch an diesen unsäglichen Song „Don’t worry, be happy!“? Für mich war er jedenfalls kaum erträglich…. vor allem wegen der Zeile „you tear everybody down.“ oder so ähnlich. Andere mögen das anders empfunden haben.

Praktische Handlungsanweisungen müssen kurz und einprägsam sein, um in stressigen Situationen, wenn der Geist eh schon am  Limit ist und der präfrontale Cortex kurz vor der Notabschaltung steht, noch durchzudringen.

Moderne Frachtsegelschiffe

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mit freundlicher Genehmigung der SkySails GmbH

Die Frachtschifffahrt erzeugt einige Prozent der weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen und einen großen Anteil an Ruß- und sonstigen Kohlenwasserstoffemissionen, deswegen wäre die Ausnutzung der Windenergie nützlich und logisch.

Jedoch ist die gesamte Frachtschifffahrt erobert vom Schweröl. Die Ganze? Nein, an der deutschen Nordseeküste gibt es eine kleine Firma von unbeugsamen Ingenieuren, die die Frachtsegelei wiederbeleben möchten: Skysails in Hamburg. Allerdings bauen sie keine Windjammer seligen Angedenkens, sondern einen großen Drachen, der an einem hochfesten Seil an einem kurzen Mast am Bug angebracht ist, ziemlich hoch in Zonen mit hoher Windgeschwindigkeit steigt und dort rechnergesteuert Achten fliegt.

Dieser Apparat lässt sich an den meisten Schiffen nachrüsten und dient der Unterstützung des Maschinenantriebs. Die gesamte Spritersparnis im Dauerbetrieb lag bisher bei 10 – 15 %, bei optimalen Verhältnissen liegt sie zeitweise bei 50 %. Installation, Betrieb und Wartung kosten natürlich auch Geld, aber weniger, als durch den geringeren Spritverbrauch eingespart werden kann.

Also alles bestens? Bisher gibt es das System nicht für wirklich große Schiffe – und wird es wegen der Unhandlichkeit des Segels vielleicht auch nie geben. Aber jedes Prozent weniger Emission ist gut.

Eine meditative Schau des sich bewegenden Organismus

Eine mögliche Aufteilung der Funktionen des Organismus, die ich gefunden habe und die mir Freude bereitet, ist folgende:

  • Der Fußsohlen – Boden – Kontakt gibt Zugang zur organismischen Selbstsicherheit. Ähnlich der Haut – Luft – Kontakt. Der Organismus, der sich in Luftraum und Schwerkraft bewegt und fühlt.
  • Der Becken – Boden – Kontakt, der über die Beine vermittelt ist, ist die flexible und doch feste Basis für das Leben des darüberliegenden Körpers.
  • Der Zentralkörper ist der Ort für die Impulse, Reaktionen und Antriebe, die in die Welt gebracht werden wollen. Und die kann man spüren.
  • Der Kopf ist der Ort der Fernsinne (Auge, Ohr, Nase) und des Strukturierens, Wegfindens und Bewegungs-Vorbereitens.
  • Das Gesicht und die Stimme ist der Ort des Ausdrucks des Fühlens und Wollens für die Andern.
  • Die Arme und Hände sind der Ort des Dinge-Bewegens, des Änderns, aber auch von Kontakt.
  • Die Beine sind der Ort der entschlossenen Fortbewegung und des kräftigen Stehens.

Wenn man geistige Kapazität frei hat, wie in einer leichten Bewegung beim Gehen oder Joggen, kann man diese Arbeitsteilung in Aktion beobachten: Wie die Impulse aus dem Zentrum kommen, die Aktionen mit den Beinen gegen den Fußboden oder mit den Armbewegungen stattfinden, die Augen und Ohren die Umwelt prüfen, der Geist die kommenden Aktionen, z.B. den genauen Weg, den wir nehmen, oder den genaueren Bewegungsablauf, erwägt und vorwegnimmt – und so weiter.

Was ich interessant finde ist, dass dabei das, was wir in der unreflektierten Kommunikation „Ich“ nennen, das Individuum (das Unteilbare), geteilt wird.

Vielleicht ist dies für einige Menschen nützlich.