Über den Strom der Worte und Anderes

Erkenntnis in der Meditation: Der Strom der Worte: Es geht nicht darum, ihn zu beschränken, ihn „rein“ oder „richtig“ zu machen, sondern darum, mit ihm zu spielen, ihn als Mittel des Spiels zu verwenden, der Poesie, des Überraschenden, des Schönen, des Elektrisierenden, des Ästhetischen. Das Entsprechende gilt für den Strom der Bilder, der doch immer so über uns hereinbricht: ja, er soll Wärme, Kraft und Ordnung fördern, aber er kann dies nur wenn er lebendig wird: Gewicht, Spannung, Kalkül enthält. Für den Strom der Bewegungen wird das dann zum Gestus, zum Tanz, zur Grandezza. Ich kann mich auch zu einem Haufen Fleisch mit Knochen darin zusammensinken lassen, durchpulst und durchzittert von Nervenströmen, auch das stärkt paradoxerweise die Stärke. Es ist wie die Pause im Atemzyklus. Du wartest auf den Einatem, von dem du lediglich vermutest, dass er wiederkommt. Du hast Geduld. Keine Eile. Da, da ist er, aus dem Nirgendwo, im Verborgenen hat er sich vorbereitet und jetzt kommt er hoch, wie der lösende Einfall, die lösende Handlung, das in-Bewegung-Gehen oft aus dem Verborgenen heraufkommt.

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Diesel und Benzin, eine Richtigstellung

Alle denken, dass Dieselfahrzeug zwar mehr Stickoxide, aber immerhin weniger CO2 emittieren als Benziner.

Dies habe zwei Gründe:

  1. Der Energieinhalt von Diesel sei höher (14%)
  2. Die Verdichtung und damit der Wirkungsgrad des Motors sei höher.

Der erste Grund ist leider faktisch falsch. Gerechnet auf die Masse, nicht auf das Volumen, ist der Energieinhalt von Diesel gleich dem von Benzin – damit ist die CO2-Emission pro Energieeinheit auch gleich.

Der zweite Grund stimmt  im Prinzip (noch, mehr dazu unten). Er wird aber durch die lieben Autofahrer konterkariert, die diese niedrigeren Emissionen als Erlaubnisschein nutzen, um sich schwerere, höher motorisierte Autos zu kaufen und mehr mit diesen zu fahren.

Mit der in Entwicklung befindlichen GCI (Gasoline Combustion Ignition) – Technik wird allerdings der Wirkungsgrad des Benziners sich an den des Dieslers annähern. Durch ausgefeilte Einspritzung von Kraftstoff in die komprimierte, erhitzte Luft wird eine gute Verbrennung in einem Teilvolumen des Brennraums erzielt; bei gleichmäßiger Verteilung des Benzindampfs wäre das Gemisch viel zu mager für eine Zündung.

Im Übrigen kann man immer wieder feststellen, dass den meisten Leuten das Klima am Arsch vorbeigeht. Sie wollen ihr Leben genießen.

Quellen:

https://www.energie-lexikon.info/rp-energie-blog_2017_09_15.html

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klimaschutz-geht-auch-benzinern-diesel

http://achatespower.com/opgci-an-evolution-that-revolutionizes-the-internal-combustion-engine/

 

nah und fern

Hurrikan Harvey hat Houston und Umgebung unter Wasser gesetzt, 30 Menschen wurde das Leben verkürzt. Der Staat Bangla Desh ist zu einem Drittel unter Wasser, mindestens 1000 Menschen verloren den Rest ihres Lebens in Bangla Desh, Indien und Nepal. (siehe z.B. hier)

Was davon kommt bei uns in die Nachrichten?

Was bedeutet das?

Die eigenen Reaktionen ohne Vorurteile und vorgefasste Ziele wahrnehmen. Sonst ist es unmöglich, zu einem liebenden Geist zu finden.

rabiater Museumsbesuch

Cranach,_Lucas_(I)_-_Adam_u_Eva_-_Museum_der_bildenden_Künste_LeipzigMuseum der bildenden Künste Leipzig. Moderner Bau mit enorm hohen Räumen, drei Treppenhäusern und lichtdurchfluteten Freiflächen. Begann mit den Niederländern aus dem Barock, und das war ein guter Beginn. Ländliche Szenen, in denen alle Details mit minuziöser Genauigkeit dargestellt sind, Seestücke, Nachtstücke, Kirchen-Innenansichten komplett mit Bauarbeitern, die Gruben gruben, Stücke mit Schlittschuhfahrern, Stillleben, Musizierende. Ich liebte all diese Details. Die Wasserkräne, die den Leuten erlaubten, mit Hilfe eines Gegengewichtes die Eimer leichter hochhzuheben, die kleinen Vordächer. Zwei Bilder, die ich kannte: Franz Hals‘ „Mulatte“, erstaunlich nachgebräunt, mit Glanzlichtern vom Schweiß auf seinem Gesicht, und van Honthorsts „Lautenspielerin“ und „Geigenspieler“, wo er exquisit das Licht der Kerze eingefangen hat und das Glück der Jugend der Musiker.

Dazwischen hatte sich ein Tiepolo verirrt, ein heiliger Soldat, der mit umwerfender Eleganz getroffen war.

Dann die Italiener, und ich muss sagen, dass ich ziemlich verstimmt war davon, dass es durchweg religiöse Themen gab: Heilige, Kreuzigungen, Andächtigkeit, Glaube allerorten, es war nicht auszuhalten.

Ein paar Deutsche. Lucas Cranachs Adam und Eva sind auch exquisit. Solche jungen Leute könnten auch hier auf der Straße herumlaufen, schlank und heiter gestimmt. Aber oft bei den Deutschen stimmen die Proportionen nicht, die Körper sehen hölzern aus. Wieder unselige protzerische Triptychons und heilige Bilder komplett mit Stifterfamilie.

Das 19. Jahrhundert sieht generell eine Perfektionierung der Körperproportionen, der Perspektive, der Material- und Lichtdarstellung – und damit eine Angleichung im Realismus. Es kommen politische Bilder: Napoleon nach einer Niederlage, ein napoleonischer General wird zu Grabe getragen. Was immer geht ist die Schönheit der jungen Frau, meist bekleidet, das reizende Gesicht samt hübscher Frisur, der hübsch gekleidete und sich bewegende Leib. Das ist immerhin eine Emotion – das Begehren, gezähmt durch die Sitte. Ansonsten bringt die Perfektion interessanterweise Plattheit mit sich. Die Beseeltheit, die die Niederländer noch oft hatten, sie weicht einer eigentümlichen Nüchternheit, einem Blick von der Höhe des Wissens und Könnens, der nicht weit von der Langeweile entfernt ist.

Mit dem Fortschreiten der Zeit sehe ich eine zunehmende Schwierigkeit, das Malen überhaupt noch zu rechtfertigen. Wo leuchtet etwas auf, ein Funke, der etwas transportiert? Bei Modersohns „Kate im Abendsonnenschein“, einem denkbar unscheinbaren Thema, aber dort ist es. Bei einigen Bildern von Liebermann, nicht bei allen, in seiner Manier der umrahmten Flächen, die das Abstrakte bereits in das Realistische einfließen lassen. Viel technisch perfekter Kitsch, wie „Lasset die Kinder zu mir kommen“.

Die Entwicklung führt weiter zur Schonungslosigkeit und zur Hässlichkeit. In Tuscheskizzen einer Frau kommt das Abstoßende aus dem Leben einiger Frauen: die langen Brüste im Alter, das Putzen für den Mann, das Elend in den Kojen der Auswandererschiffe. Dann der Prachtkünstler Max Klinger, der dekorativ malt, aber mit kleinen Widerhaken, mit Elementen, die nicht zusammenpassen und nicht erklärbar sind, und uns so mit all seiner Pracht und Schönheit in Unruhe zurücklässt. Aber will man dafür seine Zeit verschwenden? Neo Rauch mit seiner Motivfülle gehört dorthin – für mich sind das Qualbilder, aus denen man was raussehen kann, wenn man will, aber ich will nicht.

Die modernen Skulpturen und Bilder (in diesem Museum) zeichnen sich durch große Armut aus und interessierten mich nicht die Bohne, mit Ausnahme einiger zarter Zeichnungen, in denen das Subtile Oberhand gewann.

Noch von Interesse: Zeichnungen von Reisenden, Neapel, Amalfi, Afrika, Arabien. Was haben diese Leute gesehen? Wunder. Sie schätzten sich sehr glücklich.

Ein Element: Respektieren

Eine Erkenntnis aus der Meditation: meine Entscheidungen zu  respektieren. Das heißt ganz und garnicht, ihre Wirkungen zu negieren. Im Gegenteil. Es heißt, ihre Wirkungen zu würdigen.

Es heißt auch, die Entscheidungen anderer zu respektieren.

Dies ist noch nicht das Ziel. Das Ziel ist, in einem Flow von Wahrnehmungen, Gefühlen, Entscheidungen, Handlungen und Reflektionen zu sein. Wenn ich über das Respektieren oder Nichtrespektieren von Entscheidungen nachdenke, bin ich bereits nicht mehr in diesem Flow.

Einige von Euch werden das nachvollziehen können, anderen wird es gar nichts sagen.

Wann ist das Eis aus?

arctic-sea-ice-september

Ich meine die arktische Eisdecke, wann ist sie im Sommer erstmals weg?

Ich habe einmal drei Größen, jeweils im September, geplottet, siehe rechts.

Die Volumenkurve sieht schrecklich steil aus und zeigt auf ein Jahr irgendwo zwischen 2025 und 2030.

Die Flächenkurve ist sehr zerfasert und zeigt eher in den Bereich um 2050.

Die Eisdickenkurve ist am konsistentesten und zeigt irgendwo in den Bereich zwischen 2030 und 2040.

Leider gibt es Gründe dafür, anzunehmen, dass die Flächenkurve sich nach unten biegen wird.

Eine genauere Schätzung als 2030 +- 5 Jahre kann man wohl nicht machen…

Ein Infobit aus Kenia

In parts of Marsabit and Turkana, where communities are unable to reach sustained humanitarian assistance, they are at risk of sliding in to emergency levels of hunger (IPC Phase 4), one step away from famine, between July and September.

kopiert von hier