Winterradiosamstag

Links Radio über Indie-Songwriter Gropper. Rechts schwatzen Mitbewohner spanisch. Draußen frischer Schnee auf Terrassenboden, Blumenkästen, Tischen und Dächern in dunklem, diffusem, fast gelblich wirkendem, grauem Licht.

“Frau = runderer Leib, sorgenderes Herz. Alles Andere, Haare, hypnotisierendes Makeup, Kleidung, ist Tand. Mann = festerer Körper, kräftigere Knochen, Unruhe im Geist.” , versuche ich zu einer finalen Charakterisierung der Geschlechter zu kommen.

Die Worte strömen aus dem Radio, funken zwischen meine Gedanken. Ununterbrochen werden Bilder und Reaktionen hervorgerufen. Der Radiosprecher spricht gegen ein Mikrofon. Wir, wir hören einem Lautsprecher zu. Das Wichtige ist das im Duktus mitgemeinte: Wir sprechen über die Vor- und Nachteile der Exzellenzinitiative für die großen und kleinen Universitäten (sorgfältig artikuliert auszusprechen.) Professor Doktor Professor Doktor. Wir sprechen über Literatur (mit moderierter Emotionalität auszusprechen.) Ich wollte endlich mal einen Song über die Dankbarkeit schreiben (Wolfgang Niedecken über “De lieve Gott mähntet jood med mia.”, in kultiviertem Köllsch. )

Das hier * ist jetzt genau die Frontfläche der Weltentwicklung, was mich betrifft. Das Bewusstsein, an dieser Frontfläche dran zu sein, ist köstlich und erhebend, wenigstens das.

Eine Handlungskette beginnt von außerhalb des Bewusstseins, durch pure Assoziiertheit; ich stehe auf, gehe hinunter, fülle neue Tinte in den Füller, sehe den Computer, schalte ihn ein, starte das Emailprogramm, werde genervt, überlasse ihn sich selbst, gehe wieder hoch.

* , d.h. der Füller, der seine verschlungene blaue Linie malt, und der Geist, der ihn antreibt,

 

Über gute Einflussnahme

Gute Einflussnahme kann wie ein Loch sein, das man in einen Damm sticht, und so dem Wasser den Weg in ein besseres Flussbett freigibt.

Oder wie ein Feuer, das man unter dem Dampfkessel anzündet, um dem/der Andern die Energie zu geben, die er/sie braucht.

Oder wie ein Brett, das man ihr/ihm unter die Füße schiebt, die keinen Halt im Schlamm fanden.

Oder wie die Landkarte, auf der er/sie seinen/ihren Weg sehen kann.

Oder ein kleiner Schubs.

Oder ein Beispiel, das man einfach gibt.

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.)

CO2 Increase Increase

Nein, das ist kein Tippfehler. Tamino,aus dessen Beitrag ich hier einfach eine Grafik übernehme, hat die Zeitableitung der bekannten CO2-Konzentrations-Kurve vom Mauna Loa gebildet. Sein Befund ist, dass die Menschheit ihren jährlichen Ausstoß munter weiter steigert.

Ich denke, dass dies für Viele die Situation noch deutlicher werden lässt.

co2ratefast
Zeitableitung der CO2-Konzentration in der Luft am Mauna Loa, ohne jährliche Schwankungen.

Open Mind

CO2 in our atmosphere is still increasing. Last year the annual average amount has passed 400 ppmv (part per million by volume) for the first time in a long time — at least a million years.

The reason: we’re burning fossil fuels like oil, coal, natural gas. When we do, it turns that long-buied carbon into carbon dioxide, which ends up in the atmosphere. It’s as simple as that.

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Eine Tonne CO2 weniger durch mich.

carbon destruction certificateIch verursache sowieso eine verhältnismäßig niedrige jährliche Emission, da kein Auto, wenig Fernreisen, kein Elektrodurchlauferhitzer oder Wäschetrockner, großes Mietshaus, Gasherd, Fahrrad als Hauptverkehrsmittel und so weiter und so fort. Ich schätze ich dürfte damit bei um die 7 t CO2-Äquivalent pro Jahr liegen.

Nun habe ich diesen Wert für 2016 durch die Investition von 8,25 britischen Pfund um eine Tonne gesenkt. Wie habe ich das gemacht?

Ganz einfach: ich habe über sandbag.org.uk ein Zertifikat für die Emission einer Tonne CO2-Äquivalent gekauft. Die genaue Webseite ist hier. Dieses Zertifikat fehlt nun im Pool und das entsprechende CO2 kann nicht mehr emittiert werden!

Nachmachen erwünscht.

Auf dem Weg in die gesättigte Wirtschaft

arbeitsproduktivitaetswachstum_oecd_1971-2014
Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität in % p.a., OECD-Länder (Quelle)

Seit längerer Zeit wird bei uns die private Rentenvorsorge, d.h. die Kapitalrente, ziemlich propagiert, mit der (falschen) Behauptung, dass die staatliche Rente unhaltbar sei. Für den etwas weiter Denkenden war klar, dass dieses System darauf beruht, dass es genügend Möglichkeiten gibt, dieses Kapital auch produktiv anzulegen, dass diese Möglichkeiten immer geringer werden für jede neue Millarde Euro, die angelegt werden wollen und dass deshalb das ganze Kapitalrentensystem in eine große Enttäuschung münden könnte.

Es gibt sogar Leute, die behaupten, dass die Subprimekrise auch dadurch bedingt war, dass es wegen des Kapitalrentensystems zu viel Geld auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten gab.

Nun beobachten wir in den entwickelten Ländern zunehmend etwas, das als “zero rate liquidity trap” bezeichnet wir. Siehe hier. Das Wort beschreibt einen wirtschaftlichen Systemzustand, in dem die Investitionen trotz sehr niedriger Zinsen gering sind, was zur Folge hat, dass die Produktivität kaum wächst. Dies bedeutet, dass die Belastung für die Arbeitenden durch die  nichtarbeitenden Menschen eben nicht durch höhere Produktivität aufgefangen werden wird, sondern als niedrigerer realer Netto-Stundenlohn durchschlägt.

Dazu kommt noch die Einkommensschere. Die da oben neigen dazu, prozentual mehr Geld investieren zu wollen, und wir hier unten müssen eine noch stärkere Abnahme des realen Nettolohns erleben.

Eine Änderung ist nur möglich durch eine Wahrnehmungsverschiebung: die Bereitschaft, niedrige Rentabilität bei mittlerem Risiko zu ertragen. Die Ansprüche senken.