das Nächstliegende (Samstag Mittag)

Wickle mich morgens aus der Depression aus – da war doch was – es gibt doch Gedanken, die alles verändern, alles besser machen. Statt dessen merke ich, wie ich über die A-26 nachdenke (ein Amibomber von vor 60 Jahren). Ich will das verscheuchen – Husch, Husch, weg da!! Also: „Ich erschaffe mir glückliches Leben, Lieben, Arbeiten, Meditieren…“ . Da ist die Hoffnung, dass so eine Formel, nur oft genug gedacht, letztlich das große Lebensschiff in die richtige Richtung zieht wie ein konstanter Zug an einem noch so dünnen Tau. Doch der Verdruss  ist ziemlich zäh. Oben rumort der Mitbewohner und seine Kinder. Ich stehe auf, stehe im Schlafanzug in der Küche herum und finde heraus, was einzukaufen ist. Noch joggen? Das täte sicher gut. Aber es ist schon reichlich spät…😦. Die Biochronologie sagt sowieso, dass der Körper nachmittags besser auf Anstrengung eingestellt ist. Kaufe dann ein, beim örtlichen Bioladen, in dem mit einer guten mechanischen Waage gewogen und mit Papier und Kugelschreiber zusammengerechnet wird. Als ich hierherzog, war ich platt, dass jemand so cool sein kann. Ein wahres Kleinod. Und beim örtlichen Edeka, wo die Leute immer so gut drauf sind, freundlich, menschlich. Sicher ist es etwas teurer. Ein eigentümliche Art Luxus – eben eine Entscheidung, sein Geld so oder anders auszugeben, in einer Zeit, in der der durchschnittliche deutsche Haushalt nur noch 12 % seines Nettoeinkommens für Lebensmittel benötigt. Frühstücken. Radiohören. Es ist dreckig. Anfangen zu putzen – eben das Nächstliegende.

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