Internet-Weltraummüll und dunkle Materie

Wer kennt es nicht, bei der Suche im Netz sich durch dutzende von irrelevanten bis banalen Forenbeiträgen durcharbeiten zu müssen? Jede noch so triviale Äußerung wird im Netz auf ewige Zeiten gespeichert und kreist in der Infosphäre wie all die ausgedienten Satelliten und ihre Trümmer um die Erde. Die Kollision damit bewirkt zwar keine unmittelbare, aber eine schleichende Katastrophe: die Informationsmenge wächst beständig, die Verarbeitungsfähigkeit des Menschen bleibt aber konstant. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir auf Suchanfragen anstatt hunderttausend hundert Millionen oder eine Millarde Treffer erhalten.

Ich gebe zu, dass ich die Menschheit gerne von einem Teil meiner eigenen Beiträge befreien würde. In einem Blog ist das noch gut möglich, aber was ist mit vergangenen Newsgroupbeiträgen, die auf Archivservern für kommende Generationen aufbewahrt werden?

Gut, die Suchtechnik wird besser, was bewirkt, dass die meisten Informationseinheiten von der Oberfläche der Sichtbarkeit absinken und zu dunkler Materie im interportalen Raum werden. Aber auch diese dunkle Informationsmaterie verbraucht Ressourcen, macht das Netz „schwerer“.

Es wäre interessant, diese Analogie zur dunklen Materie des physikalischen Kosmos weiterzutreiben, die eine so grundlegende Wirkung auf dessen zeitliche Entwicklung hat.

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