Die Kabarettistin als Pfadfinderin

Im Internet führt eins zum Andern, und so kam ich von einem süßen Sketch des Bauchredners Sascha Grammel zu einem von Carolin Kebekus bei Fun Club.

Vom Aussehen her ist die Frau süß und Mainstream, aber in dem was sie sagt und wie sie es tut drückt sich der Verdruss aller intelligenten Menschen an der Langeweile des Mainstream aus. Sie geht beherzt über die Grenzen des Anstandes hinweg, z.B. indem sie krasse Abscheu darstellt, und das tut uns allen gut, die wir durch tausendundeine Rücksichtnahme eingeengt sind. So fies sein will jeder mal!!

Auch spielt sie vergnügt mit der Geschlechtergrenze, indem sie ankündigt, sich aus Missfallen über die Dummheit ihrer Geschlechtsgenossinnen zum Mann umoperieren lassen zu wollen. Auf ihre Brüste zeigend sagt sie: “Das hier kommt alles weg!” Und dann der imaginäre “Riesenknüppel” den sie genüsslich in der Hand wiegt und dann hin und her schlappen lässt! “Immer was zum Spielen dabei!”

carolinkebekusschwanz1Bezeichnenderweise will sie ihn nicht für seinen natürlichen Zweck benutzen, sondern um “alles kaputt” zu schlagen, was sie nervt, insbesondere ihn den verhassten Ex-Mit-Weibern um die Ohren hauen. Das ist so over-the-top, so ein saftiges Waten im Skurrilen, dass ich nicht anders kann, als begeistert zu sein.

Gerade bei Geschlechtsgrenzen werden viele verdruckst und angespannt. Auch sie wahrt jene in der Realbeziehung zum Publikum, aber in der vom Zügel gelassenen Phantasie findet sie Pfade darüber hinweg.

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