Dendriten

Wer hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass bei einem Überangebot an Information, an Verbindungen, an Assoziationen das Denken auf Abwege kommt, zu viele Wege verfolgt und auszubauen versucht und schließlich, anstatt ein klares Ziel zu erreichen, erschöpft eine Fülle von kleinen angefangenen Wegen zurücklässt, ein Gestrüpp von Verzweigungen in unerschiedlichste Richtungen.

Das Interesse, die Wahrnehmung des Interessanten ist also als alleiniger Antrieb für das Erforschen ungeeignet. Wenn es dominiert, entsteht das eben beschriebene dendritische Denken – viele kleine Gedankenbüsche.

Es gibt möglicherweise eine formalisierbare Ähnlichkeit zwischen dem rein interessantheitsgeleiteten Denken in einem reichhaltigen Informationsraum und dendritischem Kristallwachstum in der Physik, wo die größte Wachstumsrate an den Spitzen zu finden ist, so dass Spitzen und immer wieder neue Spitzen entstehen.

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