Verantwortung für was??

Eben las ich hier, dass die Menschheit Mitte des Jahrhunderts gewisse Probleme mit Trockenheit zu erwarten hat. Das Wahrscheinlichkeitsfeld sagt aus, dass die Mittelmeerländer, der Nahe Osten, Mittelamerika, Zentral-USA und einige kleinere Gebiete deutlich trockener werden (violette Gebiete in der Grafik unten). Das heißt in der Praxis, das mehrjährige Dürren häufiger werden, die zu lokalen oder sogar globalen Einbrüchen in der Nahrungsmittelerzeugung führen können.

Feuchter werden demnach nur die extrem nördlichen Gebiete, etwas immerhin Indien, Ostafrika und Zentralasien. Wie belastbar die Daten auch immer sind in Bezug auf die Feinheiten der Verteilung – man kann jedenfalls davon ausgehen, dass es größere Änderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung geben wird, die lokal oder sogar global Hunger hervorrufen oder verstärken und die Umlenkung von Lebensmittelströmen oder Umsiedlung von Menschen bedeuten können.

Es tritt aber folgender Gesichtspunkt auf: Zu diesem Zeitpunkt sind ich und ein Gutteil der Leser bereits nicht mehr existent, ebenso die Entscheider in Wirtschaft und Staat. Wir müssen aufgrund von Wahrscheinlichkeiten Entscheidungen treffen, die Wirkungen für viele Generationen haben werden. Wer kann sagen, ob nicht in zehn Generationen der Klimawandel als Segen empfunden werden wird (fruchtbare Taiga)? Welche Verantwortung haben wir gegenüber Menschen, die in 200 Jahren geboren werden? Der Veränderungsprozess ist langsam, durchsetzt mit zufallartig auftretenden Katastrophen, von denen man keine einzeln dem Klimawandel zuordnen kann, sondern nur alle in ihrer Gesamtheit. Sicher wird die Erde nicht mehr ganz so sein, wie wir sie kennen. Zum Beispiel wird es wohl um 2018 im Sommer gar kein Eis mehr am Nordpol geben. Sicher wird es große Probleme geben für die Armen der Welt. Aber andererseits werden (hoffentlich) die technischen und organisatorischen Fähigkeiten der Menschheit gewachsen sein, insbesondere die Einbindung der Ärmsten in das Produktions- und Verteilungsfeld, so dass jene Effekte, auch wenn ihre nachteilige Wirkung unbestreitbar ist, nicht  katastrophal, sondern lediglich wohlstandsmindernd sich bemerkbar machen. Vielleicht.

Die Verantwortung ist diffus: unbestimmt viele Unbekannte, an einem unbestimmten Ort und zu einer unbestimmten Zeit werden hungern durch Entscheidungen, die wir heute treffen – und durch unbestimmte andere Umstände wie soziale Schichtungen und Ausgrenzungen.

Reicht das, um die Unlust des Konsumverzichts auf sich zu nehmen?

Ein Gedanke zu “Verantwortung für was??

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