Hansens Vorschlag

James Hansen1 ist ein prominenter, fast könnte man sagen charismatischer Kämpfer für die Beschränkung unserer Klimagasemissionen und gleichzeitig Amerikaner (U.S.). Ich schreibe das so seltsam, weil es wirklich beinahe ein Widerspruch in sich ist. Nun ja. Und langjähriger Klimawissenschaftler ist er auch.

Nun lebt James Hansen in einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung eine tiefsitzende Abneigung gegen den Staat an sich und seine Bevormundungen hegt, insbesondere natürlich seinen Hunger nach Geld.

Als Warner vor dem Entgleisen des Klimasystems muss Hansen für eine stetig steigende Emissionsabgabe sein, als Amerikaner muss er gegen höhere Steuern sein, die die Macht des Staates stärken. Wie löst man den Widerspruch auf?

Ganz einfach und praktisch. Das eingenommene Geld ist nach dem Gießkannenprinzip sofort wieder zu verteilen. Das läuft auf eine Umverteilung von den viel – zu den wenig emittierenden Menschen hinaus.

In Europa haben wir bereits eine  – wenn auch noch bedauerlich rudimentäre – Emissionsabgabe, nämlich die Emissionszertifikate. Diese sollen  – und werden es wohl auch in den nächsten Jahren – einen Geldstrom in die Staatskasse umleiten, der dann für klimaschützende Investitionsprogramme eingesetzt werden soll. Nun ja, “soll”. Auch eine gute Idee, vielleicht sogar ein wenig besser als die von Hansen.

Aber der lebt ja auch in Amerika (U.S.).

 

1 Siehe z.B. sein kürzlich in der New York Times erschienener Artikel und seinen Vortrag bei TED, einer Nonprofit – Organisation “zur Verbreitung wertvoller Ideen”.

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