Der Heindl wird’s richten

Was soll er denn richten?

Na die Speicherlücke! Die Lücke für die Speicherung von elektrischer Energie, die entsteht, wenn die Menschheit deren Produktion völlig auf Sonne und Wind umgestellt hat. Ist ja klar. S&W schwanken im Angebot. Einen Teil der Schwankungen kriegen wir weg, indem wir Verbraucher wie Kühlanlagen nur bei hohem Stromangebot laufen lassen – aber nicht viel. Einen anderen Teil kriegen wir weg, indem wir die Überlandtransporte ausbauen. Das hat deshalb Sinn, weil das Angebot von S&W nicht überall gleichmäßig schwankt, sondern ein Minimum an einem Ort einem Maximum an einem anderen entspricht. Aber das ist teuer, und auch das reicht nicht aus, da immer noch genügend Schwankungen übrig bleiben. Also muss Speicher her. Da nehmen wir doch die Elektromobilität, die Speicher, die in die Autos eingebaut werden werden. Diese sind sehr teuer – und benötigen Rohstoffe, die vielleicht gar nicht in der benötigten Menge vorhanden sind. Außerdem leiden die Akkus unter den ständigen Lade-Entladezyklen, gehen schneller kaputt. Wir können auch den Überschussstrom nach Norwegen schicken, wo er in hochgelegenen Seen gespeichert wird. Macht aber Transportverluste und erfordert Hochleistungsstromtrassen. Also das Speicherproblem ist definitiv nicht gelöst.

Auftritt Eduard Heindl, Ingenieur, Physiker, bisher eher aus dem IT-Bereich bekannt, und seine Idee: Wir sägen einen Zylinder von 1000 m Durchmesser aus dem Boden aus, kleiden die Schnittfläche mit Metall aus, versehen sie mit einer Dichtung, pumpen mit 200 bar Wasser unten drunter und heben diesen gigantischen Kolben 500 m hoch. Wenn wir Energie brauchen, lassen wir ihn sich senken und schicken das austretende Wasser durch Turbinen. Einfach. Siehe hier.

Lageenergiespeicher

Ist das Ding nicht auch wahnsinnig teuer? Ja, aber es kann auch wahnsinnig viel Energie speichern. Ein Speicher reicht für einen  Tagesbedarf Deutschlands an Strom. Je größer der Speicher ist, desto billiger wird er pro kWh, im Gegensatz zur Speicherung über Akkus.

Da darf dann aber nichts abbrechen oder runterbröseln, au, au. Auch das umgebende Gelände muss den erhöhten Druck aushalten, ohne sich zu verformen. Wenn’s klappt, genial. Einen Versuch ist es allemal wert.

Nachtrag:

Ich glaube nicht, dass das in absehbarer Zeit was wird, jedenfalls nicht in diesem gigantischen Ausmaß. Zu groß. Zu viele Ressourcen in einen Punkt gesteckt. Wenn da was schief geht, sind die futsch. Man müsste einige Jahrzehnte Erfahrungen mit den Dingern sammeln, dann vielleicht.

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