Über den Nutzen von „Ökostrom“

Darf ich mit meinem Stromverbrauch aasen, wenn ich Ökostrom beziehe?

Die intuitive Antwort lautet: Ja, denn „mein Strom erzeugt ja keine Emissionen“.

Die richtige Antwort lautet: Nein, denn jede kWh regenerativen Strom, die ich verbrauche, erhöht die fossile Stromerzeugung um genau diesen Anteil.

Wie das ????

Die meisten Stromkunden erhalten Strom aus gemischten Quellen. Und Strom aus regenerativen Quellen wird immer zu 100 % ins Netz eingespeist – mit ein paar seltenen Ausnahmen, wenn die lokale Netzstabilität gefährdet ist. Das heißt, dass jede kWh regenerativen Stroms, die ich abnehme, nicht zu einer erhöhten Produktion regenerativen Stroms führt, sondern den Stromkunden mit gemischtem Strom entzogen wird. Diese brauchen dafür einen Ausgleich, und der wird fossil erzeugt.

Das führt zu einer Klärung, worin eigentlich der Nutzen von Ökostromverträgen (zur Zeit noch) besteht: Da praktisch aller Wind- und Sonnenstrom ins Netz eingespeist wird, und über den Staat die Wirtschaftlichkeit in Deutschland weitgehend garantiert ist (EEG), haben Ökostromverträge einen minimalen Effekt in der Realität. Es sei denn, der Ökostromversorger nimmt höhere Preise und verwendet die Differenz für Investitionen in regenerative Energie.

Ein Ökostromvertrag ohne solche Investitionen bedeutet lediglich eine Umschichtung von Zahlungsströmen innerhalb des Versorgungsnetzes.

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