Auf dem Weg in die gesättigte Wirtschaft

arbeitsproduktivitaetswachstum_oecd_1971-2014
Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität in % p.a., OECD-Länder (Quelle)

Seit längerer Zeit wird bei uns die private Rentenvorsorge, d.h. die Kapitalrente, ziemlich propagiert, mit der (falschen) Behauptung, dass die staatliche Rente unhaltbar sei. Für den etwas weiter Denkenden war klar, dass dieses System darauf beruht, dass es genügend Möglichkeiten gibt, dieses Kapital auch produktiv anzulegen, dass diese Möglichkeiten immer geringer werden für jede neue Millarde Euro, die angelegt werden wollen und dass deshalb das ganze Kapitalrentensystem in eine große Enttäuschung münden könnte.

Es gibt sogar Leute, die behaupten, dass die Subprimekrise auch dadurch bedingt war, dass es wegen des Kapitalrentensystems zu viel Geld auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten gab.

Nun beobachten wir in den entwickelten Ländern zunehmend etwas, das als „zero rate liquidity trap“ bezeichnet wir. Siehe hier. Das Wort beschreibt einen wirtschaftlichen Systemzustand, in dem die Investitionen trotz sehr niedriger Zinsen gering sind, was zur Folge hat, dass die Produktivität kaum wächst. Dies bedeutet, dass die Belastung für die Arbeitenden durch die  nichtarbeitenden Menschen eben nicht durch höhere Produktivität aufgefangen werden wird, sondern als niedrigerer realer Netto-Stundenlohn durchschlägt.

Dazu kommt noch die Einkommensschere. Die da oben neigen dazu, prozentual mehr Geld investieren zu wollen, und wir hier unten müssen eine noch stärkere Abnahme des realen Nettolohns erleben.

Eine Änderung ist nur möglich durch eine Wahrnehmungsverschiebung: die Bereitschaft, niedrige Rentabilität bei mittlerem Risiko zu ertragen. Die Ansprüche senken.

Nachtrag (24.4.17):

In der OECD sind die 35 am weitesten entwickelten Länder. Man sollte denken, dass das Produktivitätswachstum in der gesamten Welt höher ist, aber nach diesem Artikel im Economist ist das auch nicht der Fall.

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