Der Körper

Betrachten wir einen menschlichen Körper von außen, so ist er glatt und schön, von einer wunderbaren Haut bedeckt. Sehen wir jedoch ins Innere, so ist er überall feucht, ja nass, erfüllt von Flüssigkeiten: Blut, Lymphe, Zellflüssigkeit. Und er tauscht Flüssigkeit mit seiner Umgebung aus: Schweiß, Speichel, Tränenflüssigkeit, Urin, Magensäure (der Verdauungstrakt ist topologisch gesehen Körperumgebung), Galle & c.

Dieses mir klarzumachen fasziniert mich seltsamerweise.

Der evolutionäre Ursprung all dieser Flüssigkeiten ist das Urmeer, in dem sich die ersten Zellen gebildet haben; sie haben dann im weiteren Verlauf der Evolution ihre flüssige Umgebung quasi mit sich mitgenommen, unsichtbar, verborgen hinter dieser wundervollen Hülle der Haut, aufrechterhalten durch eine genau dosierte, sorgfältig gesteuerte Abgabe und Aufnahme von Wasser.

Damit nicht genug des Wunderns: Dieser in Flüssigkeit getauchte, nasse, von Wasser in verschiedenen Formen durchzogene Organismus ist gleichzeitig von Elektrizität durchflossen – ein offensichtlicher Widerspruch, aber es ist so: Jede willkürliche oder unwillkürliche Bewegung ist von Spannungen und Strömen begleitet, jede Wahrnehmung, jedes Gefühl; jeder Gedanke besteht aus Strömen, die in Form schwacher Impulse in  einem unfassbar komplexen Leitungssystem, das durch dünne Membranen gerade genug isoliert ist, herumfließen. Und diese Ströme machen unsere Lebendigkeit aus: erlöschen sie, erlischt das Leben.

Wir sind eigentlich elektrische Wesen, nasse elektrische Wesen.

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