Demythifizierungen

Es gibt in Bezug auf den Klimawandel schon lange skepticalscience.com, wo gängige falsche Konzepte von Leuten, die glauben, der Klimawandel sei nicht existent, oder nicht menschengemacht, oder harmlos widerlegt werden.

Nun gibt es eine ähnliche Website für die Energiewende: ee-mythen.de.

Den Tipp habe ich von piqd.de, wo man Inhaltsangaben interessanter Artikel aus dem Netz findet, die von Redakteuren und auch Community-Mitgliedern zusammengestellt werden. Dies ist ein Bezahldienst – allerdings nicht teuer. Wer Wert ohne Werbung will, muss auch Wert zurückgeben…

 

Erfreuliche Nachricht aus dem Bundestag

Einige der Leser werden sich vielleicht an meine Petition an den Deutschen Bundestag erinnern, dass doch die Emissionswerte bitteschön möglichst groß in jeder Autowerbung auftauchen möchten. (hier gebloggt).

Nun ist diese tatsächlich vom Petitionsausschuss als Beschlussempfehlung an den Bundestag verwiesen worden. Genauer gesagt wird empfohlen, die Petition „als Material“ an das Verkehrsministerium zu überweisen, das derzeit die „Verordnung über Verbraucherinformationen zu Kraftstoffverbrauch, Kohlendioxidemissionen und Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ überarbeite.

Die Abstimmung des Bundestages ohne abschließende Aussprache wird stattfinden am Donnerstag, 18. Oktober 2018!

Na wenn das nichts ist!!

Hoffentlich lesen die Menschen, die sich damit befassen werden, auch die Diskussion im Petitionsforum des Bundestages, wo ich zwei wichtige Ergänzungen untergebracht habe:

  1. Die Emission nicht in g/100km, sondern in t/10.000km angeben und
  2. Die bei der Herstellung entstandene Emission mit angeben.

Eine habe ich noch vergessen, nämlich diese Werte auch bei Elektroautos mit anzugeben.

Nach dem 18. Oktober werden wir mehr wissen.

Dann muss die Petition immer noch durch die Mühlen des Ministeriums, wo sie wahrscheinlich durch den Fleischwolf gedreht wird… (seufz)

 

Die Resilienz des Schnittlauchs

schnittlauchDie Trockenheit des Sommers in Ostdeutschland hat die Bepflanzung unseres Daches verkümmern lassen. Die dünne Schicht Erde ist rissig geworden, die Pflanzen, im Wesentlichen kleine krautige Sukkulenten mit holzigen, wurmähnlichen Stengeln und kleinen, rotgrünen schaufeligen dicken Blättchen oder rötlichen Gnubbeln, sind braun und klein geworden, kaum noch von Erde zu unterscheiden. Doch es gibt noch eine andere Pflanzenart, die sich hier angesiedelt hat und halten kann: Schnittlauch. Seine Stengel sind von der Trockenheit gelblich-weiß geworden, wie Stroh.

Jetzt im Oktober legt sich morgens eine Menge Tau auf die Erde. Dieser und das Bischen Regen, das wir hatten, reicht offenbar aus, dass der Schnittlauch wieder zu wachsen beginnt. Kleine, noch dünne, aber gesunde hellgrüne Stengel sind aus den alten Nestern geschossen und sagen: Hallo, es sah zwar nicht so aus, aber ich bin noch da!

Ist das nicht ein schönes Symbol der Hoffnung?

Es tut überhaupt nicht weh – Emissionskompensation

reiserouteFliegen ist BÖSE. Das sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.
Deswegen bin ich auch mit der Bahn in den Urlaub gefahren, 1700 km nach Neapel. Macht 85 kg CO2 (etwa…).
Dann noch etwas mit dem Schiff und Bus, ca. 20 kg.
Auf der Rückreise bin ich dann schwach geworden und geflogen. Macht noch einmal 145 kg, was wegen der Emission in großer Höhe um den Faktor 3 verstärkt wirkt, also 390 kg CO2-äquivalent.
Summa Summarum ca. 500 kg.
So und weil ich ja so ein guter Mensch sein will, bin ich zu Atmosfair gegangen und habe Projekte mit einem Einsparungswert von 1 Tonne finanziert, macht 50 €. Zweifel an der behaupteten Einsparungsmenge sind nämlich angebracht, daher ein Sicherheitsfaktor von 2. Bei Reisekosten von um die 1000 € ein Spottpreis, ein Witz.

Es ist ganz einfach und tut überhaupt nicht weh.

Reflexion aus dem Catanieser Dom

Ein Bild oder eine Skulptur regt innere Prozesse an, es ist quasi situative Information. Zu wissen, dass es von einem Menschen erschaffen wurde, ruft einen Kontext wach. Dieser Kontext ist die Botschaft. Sie ist mittelbar, komplex und uneindeutig. Da ist die Botschaft des Künstlers selbst und die des Zeigenden.

Im Gegensatz dazu ist ein Satz, direkt an mich gerichtet, eine unmittelbare Botschaft.

Ein Kunstwerk ist immer ein Geschenk. Es schenkt Raum. Kunstwerke vergangener Zeiten zeigen uns etwas über die Beziehungen der Menschen damals. Auftraggeber, Künstler, Zielgruppe. Das Kunstwerk ist immer mit einem Körnchen Salz zu nehmen, wie die Mode.

Flanieren in Sizilien

Tauche wieder ein in die Straßen einer Stadt, diesmal ist es Catania. Die Unterkunft: alles in Marmor und glänzend, kalt, kein Mensch anwesend, ein Anruf: eine Frau gibt einem den Zahlencode für die Haustüre, leitet einen zum Zimmer, dort findet man dann die Schlüssel, Handtücher liegen dort von unsichtbaren Händen hingelegt, alles effizient und beinahe makellos.

Die Ware ist fehlerlos, aber der Akt des Austausches ist zerstört. Die Ware ist eben nicht alles (Hallo, Amazon-Generation!), wir wollen doch irgendwie die Menschen dazu, oder sind wir einfach zu war gestern? Hier gibt es noch die kleinen Läden, die Panifici mit den Klappen des Backofens im Hinterraum.

Es nieselt, aber das stört einen nicht, schmale Straßen, langsamer Verkehr, man kann einfach auf die Straße laufen, ohne überfahren zu werden. (Der Italiener nimmt Rücksicht.) Lichter, Optiker, Schuhgeschäfte, schicke Klamotten, Uhren… wenig Lokale, die sind in einem anderen Viertel. Die Italiener reden im eigentümlichen Rhythmus ihrer Sprache miteinander, ein Rollerfahrer quetscht sich zwischen mir und einem Krankenwagen durch, niemand regt sich auf – es ist auch nicht kalt, ich gerate in eine Art Trance.

Eine Pizzeria sieht einladend aus, die Pizza ist es jedoch nicht, ich lasse die Hälfte übrig. Der Laden ist leer, die junge Bedienung läuft nervös auf und ab, sie hat nichts zu tun, weiter hinten Musikvideos, italienisches Fernsehen, Werbung für Orangensaft (Alle Früchte garantiert aus Italien! – das ist doch jetzt wieder wichtig geworden, dass sich hier nicht etwa auswärtige Orangen einmischen!) Dann wird es dunkler und eine Frau singt mit Hingabe vom Liebesschmerz zum Text, der halbsatzweise auf der Leinwand erscheint, woraufhin ich weiterziehe. Nicht weit am Domplatz, ausladender Barock, wundervoller Elefantenbrunnen, wenig Leute, wird es eine Flasche Bier für sieben Euro, dafür in exquisiter Umgebung und mit heiterem Jazz. Das Getränk ist eine seltene Dänische Marke. Das versöhnt mich wieder.