Dekarbonisierung der Stahlherstellung würde momentanen Windstrom komplett verbrauchen

Die Stahlindustrie emittierte 2017 36 Mio. t CO2.  Das sind etwa 4,5 % aller Deutschen Emissionen.

Im Moment wird Stahl durch Reduktion des Eisenoxids mit Kohlenstoff aus Kohle gewonnen. Diesen Prozess kann man dadurch dekarbonisieren, dass man die Kohle durch solaren Wasserstoff ersetzt. 

Thyssen-Krupp hat nun in Duisburg in einem Werk einen Hochofen testweise mit  Verwendung von Wasserstoff ausgerüstet. Dieser wird jedoch noch aus Erdgas gewonnen. 

Würde die Stahlindustrie komplett dekarbonisiert, würde man für den Wasserstoff 130 Mrd. kWh/a regenerativ erzeugten Strom verbraten. Das ist mehr als der Ertrag aller Windkraftanlagen 2019

Und Stahl ist zwar der Größte, aber nicht der einzige Großemittent in der Industrie. 

Diese Zahlen verdeutlichen, 

  • dass regenerativer Strom in Deutschland auf viele Jahrzehnte ein sehr knappes Gut sein wird, was das Konzept des Heizens über strombetriebene Wärmepumpen bedenklich erscheinen lässt,
  • dass die Menge an produziertem Material (hier Stahl) sich wohl stark vermindern muss, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, 
  • dass es wahrscheinlich billiger und möglicherweise unvermeidbar ist, Wasserstoff in Südeuropa oder Nordafrika zu erzeugen und dann zu importieren.

(Dieser Beitrag erschien auch auf piqd.de und beruht auf einem Artikel auf klimareporter.de)

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