Reichtum

Als ich aus dem Haus trete – es ist etwas kühl , mit hoher grauer Bewölkung – sind da die Bäume, die Sträucher in ihrem dunklen, vollen Grün des Frühsommers, in den Bepflanzungsstreifen auf dem Bürgersteig, und ich rieche sofort die noch etwas regenfeuchten Blätter, und bin überrascht wie jedes Mal, wenn ich aus der Armut der Wohnung in den Reichtum der Straße trete: entspannte Menschen: eine (für mich) attraktive Mutter, die etwas auf energisch-weibliche Weise zu ihren kleinen Kindern sagt, junge Männer, die ihre Vorhaben verfolgen, ein junger Mensch, der gedankenverloren am Tisch des Sudanesen isst, die vergnügte, herzliche Verkäuferin beim Bäcker, mit der Vertrautheit aufleuchtet.

Unter der Markise sitzen und die Passanten passieren lassen. Ein junger Mann in sehr kurzem Rock, mit Netzstrümpfen, eine Bluse wie eine Jacke getragen, mit Meckischnitt (kennt noch jemand Mecki?), fühlt sich sichtlich unsicher. Ich denke: „Ja, ja, move, move, mit all deinem Mut!“

Ein Nachbar (Vertriebsleiter in einer Softwarefirma) slalomt mit seinen 45 Jahren mit zerknittertem Gesicht und in Dreiviertelhosen kühn auf dem Longboard vorbei.

Was ist dagegen eine Villa mit englischem Rasen?

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