Nachthimmel

Auf dem Dach. Wie üblich in B. der Sternenhimmel schütter, über dem Schornstein gerade so der Schwan auszumachen mit seinem großen Kreuz, hinter dem die Milchstraße wäre. Nehme den riesigen leeren Raum wahr, mit den winzigkleinen gleißenden Punkten darin: alles Wasserstoffbomben, die wegen ihrer Masse nicht explodieren, sondern gleichmäßig verglimmen, dabei in einem Jahr nur ein Zehn-Milliardstel ihrer Energie verbrauchend, ein Hundert-Billiardstel nur in der Sekunde, wie eine Kohle, die die ganze Nacht im Ofen glimmt, und doch so viel Licht erzeugen.

Da links der helle Punkt der Jupiter hat kein eigenes Licht, und doch ist er der hellste Stern! Da rechts der zunehmende Halbmond, verdammt orange heute, es muss dunstig sein. Beide baden in einem Meer von Licht, in einem phantastischen, gewaltigen Strom von Licht, das den ganzen Raum ausfüllt und doch unsichtbar bleibt, solange es auf keinen Körper trifft, das auch an der Erde vorbeiströmt, ein Totwasser der Dunkelheit bildend, in dem ich sitze.

Habe das noch nie so empfunden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s