kurze Szene

Emma sagte: „Mann, ich habe so viel gefickt, dass es mir zu den Ohren wieder rauskommt.“

Darauf Franz: „Du spinnst!“

Emma lachte.

Dann stand sie auf und schmierte sich eine Leberwurststulle.

Der Verbrennungsmotor der Zukunft

In nicht allzulanger Zeit werden wir unsere Treibhausgasemissionen auf nahezu Null heruntergefahren haben müssen (siehe z.B. hier). Treibstoff für Verbrennungsmotoren wird dann nur noch regenerativ hergestellt werden können. Es wird also wenig davon geben. Das bedeutet, dass Verbrennungsmotoren extrem effizient werden sein müssen.

Das effizienteste Motorprinzip ist der Gegenkolbenmotor (siehe z.B. hier und hier). Die effizienteste Zylinderzahl ist 1.

Das heißt, dass unter der Bedingung extremer Emissionseinschränkung sich der Einzylinder-Gegenkolbenmotor durchsetzen wird.

Er wird möglicherweise einen kleineren und einen größeren Zylinder haben, und für kleinere und mittlere Geschwindigkeiten den kleineren Zylinder nutzen und bei größeren Geschwindigkeiten oder bergauf den Größeren.

28 % weniger Strom verbraten

(Habe nach der letzten Lichtblick-Rechnung heute ein Jubelmail an meine Mitbewohner versandt. Unsere WG verbrät zu viert weniger Strom als ein mittlerer deutscher Einpersonenhaushalt (laut Lichtblick – Statistik).

strom-17Gründe:

  • Kein Durchlauferhitzer, sondern Warmwasser von der Zentralheizung
  • Nur LED – Leuchten
  • Neuer Kühlschrank der Klasse AAA+
  • Gasherd

Das sagt natürlich noch nicht viel über die Treibhausgasemissionen aus, denn da wäre noch der Wärmeverbrauch in der Rechnung.

Während wir bei der Heizwärme sparsam waren, sah es beim Warmwasserverbrauch nicht so toll aus. Da sind noch Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings erzeugt Warmwasser aus der Erdgas-Zentralheizung unter günstigsten Umständen nur ein Fünftel der Treibhausgasmenge der gleichen Menge Warmwasser aus elektrischen Erhitzern 1! In der Praxis ist es nicht ganz so günstig, weil die Zirkulationspumpe elektrische Energie aufnimmt und die Wärmeverluste der Rohrleitungen nicht zu 100 % Heizwärme ersetzt, sondern ein Teil verloren geht. (Noch besser wäre natürlich Kraft-Wärme-Kopplung, idealerweise ein Gasmotor mit Wärmepumpe …)

Kochen mit Gas ist ebenfalls klimafreundlicher als mit Strom (Quelle).

Noch ein Wort zum neuen Kühlschrank: wir ersparen der Welt ca. 500 kWh Strom pro Jahr, das sind ca. 140 €. Und 250 kg CO2. Damit hat sich das Ding nach 4 – 5 Jahren finanziell amortisiert. Energetisch wesentlich früher!

Was den Lichtblickstrom angeht bin ich eher illusionslos. Wir unterstützen zwar damit die erneuerbaren Energien etwas stärker als mit einem Standardvertrag, aber leider gilt auch für „Ökostrom“ , wie ich hier dargelegt habe, dass jede Kilowattstunde mehr Stromverbrauch eine Kilowattstunde mehr Emissionen aus fossilen Kraftwerken bedeutet.

Anmerkung:

1 Fossile Kraftwerke haben in D. einen Wirkungsgrad von ca 0,43 (Quelle). Gasbrennwertheizungen von 0,99 (Quelle). Erdgas erzeugt an CO2 0,24 kg/kWh, während Strom bei 0,52 kg/kWh liegt (Quelle). Hieraus ergibt sich ein Verhältnis von

(0,99*0,52)/(0,43*0,24) = 4,98

Wärme aus Strom erzeugt also 5 mal mehr Treibhausgasemissionen als Wärme aus Gas! (Deshalb bin ich dafür, Wärme aus Strom glattweg zu verbieten… Seufz!)

Sozialismus ist gesund

Das ist natürlich ein kleiner Scherz. Aber mit einem wahren Kern.

In vielen Untersuchungen ist eine Korrelation von sozialer Gleichheit einer Gesellschaft und der Lebenserwartung der Menschen, die in ihnen leben festgestellt worden.

Es  scheint so zu sein, dass der absolute Reichtum einer Gesellschaft nur einer von mehreren Faktoren ist, die Zufriedenheit und Lebenserwartung bestimmen, und dass die erlebte (ökonomische) Gleichheit mindestens ebenso stark wirken.

Am meisten beeindruckt hat mich das Beispiel des amerikanischen Städtchens Roseto. Dort starb bis in die sechziger Jahre hinein kaum jemand an Herzinfarkt, obwohl man rauchte und fett aß. Die Einwohner stammten alle aus Apulien. Sie erhielten sich ihre Rituale einer italienischen Kleinstadt: der tägliche Abendspaziergang, das Spielen in Clubs, das Abhalten von Prozessionen und Kirchenfesten. Es war verpönt, Reichtum zu zeigen und es war unmöglich, an Kleidung, Auto oder Haus Arme oder Vermögende zu erkennen. Unter den meisten Dächern lebten drei Generationen. Jeder konnte sich auf seine Familie und Nachbarn verlassen.

In den 70ern fingen die Leute an, ihren Reichtum zu zeigen, mit dicken Autos, Häusern, Swimming Pools, und bumms – kam der Herztod zu ihnen in demselben Maß wie zu allen anderen US-Amerikanern.

Eine Korrelation ist noch keine Kausalität, aber wenn sie oft genug wiedergefunden wird, kommt sie ihr schon ziemlich nahe.

Oberhalb eines gewissen Levels ist nicht die Armut das Problem, sondern die Demütigung.

Zum Glück scheint in letzter Zeit die Verminderung von Ungleichheit mehr und mehr zu einem allgemein und öffentlich akzeptierten Ziel zu werden.

Informationen aus: Stefan Klein: Die Glücksformel, rororo 2004, p 264 ff.

Der Schwanz wackelt mit dem Hund

Ein Phänomen, das in der Politik immer wieder vorkommt.

  • Die paar EU Bauern setzen Mindestpreise und Überproduktion durch, die dann subventioniert exportiert wird und in Afrika die lokale Landwirtschaft ruiniert.
  • Die paar israelischen Siedler bilden das Zünglein an der Waage der Regierungsbildung und können seit Jahrzehnten eine Annäherung an die arabische Umwelt verhindern – das ist sogar ein doppelter Effekt, weil das kleine Israel über ein paar israelfreundliche Wähler in den USA die unbeschränkte militärische Unterstützung ebendieser rechtswidrigen Zustände durchsetzen kann.
  • Ein paar Arbeitsplätze (vergleichsweise, lokal mögen sie ja bedeutsam sein) in der deutschen Braunkohleindustrie verhindern erfolgreich eine Senkung unserer CO2-Emissionen. Dies geht soweit, dass letztere in den letzen vier Jahren praktisch konstant geblieben sind. Sie spielen erfolgreich mit den sozialdemokratischen Reflexen, das Arbeit das höchste aller Ziele ist.
  • Das neueste Beispiel ist Polen: dessen Kult um die Kohleindustrie gelingt es, den ganzen Staat dazu zu bringen, sich mit Klauen und Zähnen gegen europäische Umweltregelungen zu wehren, siehe diesen Artikel. Dies selbst um den Preis der schadstoffbelasteter Luft für die Polen selbst. Das soll nicht heißen, dass die polnischen Einwände völlig unberechtigt sind. Aber wenn man will, findet man Wege.

Was kann man tun? Ich weiß es nicht.

 

Ein wenig Aprilnachmittag und ein wenig philosophieren über die Deckung

Fahre mit dem grazilen, flinken Rad über das Tempelhofer Feld, es ist leicht in meiner Hand und es trägt mich, es rollt mit mir, wohin ich will. Die unglaubliche Weite, ein Rückenwind, eine wärmende Aprilsonne, eine Feldlärche, die oben in der Luft steht und trillert, machen alles leicht.

Ich bin nicht auf dem Rückweg von der Arbeit, nein: ich bin mitten auf einer zehntausend-Kilometer-Radtour, ich erforsche neue Wege, ich schweife ab, erfüllt von Erwartung.

Da ist der Uferweg und all die verschiedenen Leute, die mir entgegenkommen oder am Rand sitzen und auf ganz verschiedene Weisen miteinander sprechen. Ich überhole einen Mann mit einem Buggy, in dem ein kleines Mädchen sitzt. Über dem Bügel vor ihr hängt eine Decke, so dass sie rundum Schutz um sich hat. Sie schaut glücklich aus ihrem Wagen und schleckt ein Eis.

Die Decke gibt ihr Deckung. Kennt ihr das Phänomen der Deckung auch? Man hat im Rücken etwas Großes: eine Wand oder ähnliches und vor sich einen Sichtschutz, der einem selbst aber erlaubt, draußen alles zu sehen, idealerweise noch ein Dach über sich.
Diese Konfiguration verursacht ein bestimmtes Behagen. Sie ist fast heilsam.

Das ist noch evolutionäres Erbe aus Jahrmillionen.

Tempelhofer Feld, aus der Deckung hinter dem Unterarm gesehen.

 

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