Und es gibt sie doch – Klassen

Der Konservativismus erkennt die Existenz von Klassen und Klasseninteressen an und möchte sie erhalten.

Der Sozialismus erkennt die Existenz von Klassen und Klasseninteressen an, möchte sie aber verändern, im Idealfall die Klassenstruktur generell beseitigen.

Der Wirtschaftsliberalismus erklärt die Existenz von Klassen und deren Interessen für irrelevant und kennt nur noch einzelne Marktteilnehmer. Damit zementiert er die Klassenstruktur viel wirksamer als  der Konservativismus. Er ist eine Krankheit des Geistes.

(mit etwas Salz zu genießen)

Erfreuliche Nachricht aus dem Bundestag

Einige der Leser werden sich vielleicht an meine Petition an den Deutschen Bundestag erinnern, dass doch die Emissionswerte bitteschön möglichst groß in jeder Autowerbung auftauchen möchten. (hier gebloggt).

Nun ist diese tatsächlich vom Petitionsausschuss als Beschlussempfehlung an den Bundestag verwiesen worden. Genauer gesagt wird empfohlen, die Petition „als Material“ an das Verkehrsministerium zu überweisen, das derzeit die „Verordnung über Verbraucherinformationen zu Kraftstoffverbrauch, Kohlendioxidemissionen und Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ überarbeite.

Die Abstimmung des Bundestages ohne abschließende Aussprache wird stattfinden am Donnerstag, 18. Oktober 2018!

Na wenn das nichts ist!!

Hoffentlich lesen die Menschen, die sich damit befassen werden, auch die Diskussion im Petitionsforum des Bundestages, wo ich zwei wichtige Ergänzungen untergebracht habe:

  1. Die Emission nicht in g/100km, sondern in t/10.000km angeben und
  2. Die bei der Herstellung entstandene Emission mit angeben.

Eine habe ich noch vergessen, nämlich diese Werte auch bei Elektroautos mit anzugeben.

Nach dem 18. Oktober werden wir mehr wissen.

Dann muss die Petition immer noch durch die Mühlen des Ministeriums, wo sie wahrscheinlich durch den Fleischwolf gedreht wird… (seufz)

 

Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch

Hier ein Zusammenfassung verschiedener Studien über den Ressourcenverbrauch der Menschen im Jahr 2050 unter der Bedingung maximaler Anstrengung zu dessen Verminderung.

Ergebnis: Wir würden statt das 3,5-fache des nachhaltig Möglichen nur noch das 2- bis 2,5-fache verbrauchen.

Was bedeutet, dass eine Ressourcenerschöpfungskatastrophe ein paar Jahre später einträte.

Der vergessene Holocaust

Irgendwie irritierte es mich immer, dass ich mir die hohe Zahl der nichtmilitärischen Weltkriegstoten der damaligen Sowjetunion nicht erklären konnte, und ich las im englischen Wikipedia dazu nach.

Der Artikel gibt viele verschiedene Quellen an, und was als erstes auffällt, ist dass es so wenig Konsens über die Zahl der Toten gibt. Die Unsicherheit  der Angaben ist sehr groß, im Bereich von 40 %. Aber sie liegen alle im Millionenbereich. Ich nehme hier eine Aufstellung heraus:

Direkt und absichtlich Getötete 7,4 Mio
In Arbeitslagern umgekommene 2,1 Mio
Tote durch Hunger und Seuchen 4,1 Mio
Umgekommene Kriegsgefangene 2,6 Mio
Summe der nichtmilitärischen Toten in der Sowjetunion 16,2 Mio

(Ich wage es nicht, eine Fehlergrenze dafür auch nur anzugeben.)

Das gehört auch zur Fratze des sogenannten National-„sozialismus“, nicht nur die Todesfabriken in den KZs. Das ganze System war eine Todesfabrik. Wirklich.

Was hat das mit uns, jetzt, zu tun? Klarheit, einfach Klarheit.

Wie wir die Erde verloren

New York Times: Loosing Earth

Eine amerikanische Geschichte: Wie der Klimawandel, ein Thema, das nur einigen wenigen Wissenschaftlern überhaupt bekannt war, durch das Engagement und die Aktivität von ein paar Dutzend Protagonisten zu einem internationalen Projekt wurde. Aufgehängt am Kampf Rafe Pomerances, einem Aktivisten von Friends of the Earth, dessen jahrzehntelanger Kampf den roten Faden bildet, der die Erzählung  zusammenhält. Es ist eine Geschichte von Menschen wie James Hansen, dem Klimaforscher, der sein Wissen über die Physik der CO2-Venusatmosphäre auf die Erdatmosphäre übersetzte und zu einem Medienstar wurde. Oder von Präsidenten wie G. W. Bush, der anfangs noch den Treibhauseffekt (greenhouse effect) mit dem White-House-Effekt in den Griff bekommen wollte – und dies schnell vergaß; er hatte ihn nicht wirklich verstanden, sondern nur als wahlkampfrelevant oder eben nicht wahlkampfrelevant angesehen.

Es ist auch eine Geschichte von Fehleinschätzungen, wie die von Bushs Stabschef John Sununu, einem promovierten Ingenieur, der Hansens Ergebnisse hätte verstehen können, es aber nicht tat, und zu einer der treibenden Kräfte bei der Torpedierung internationaler Vereinbarungen wurde.

Es ist eine Geschichte am Beginn eines neuen Zeitalters, in dem der Einfluss der Menschen auf die Erde so groß geworden ist, dass sie nicht länger als „außen“ angesehen werden kann und eine Geschichte von Menschen, die dies noch nicht begreifen wollen.

Und es ist eine Geschichte von intellektuellem Verstehen und darauffolgendem Ignorieren, und das ist die wichtigste Geschichte, denn sie betrifft uns alle.

 

 

Der Blick auf das Große: Bildung für Frauen

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Quelle: ourworldindata.org

Jeder Mensch mit freien geistigen Kapazitäten denkt ab und zu über die Entwicklung der Welt in den nächsten 100 oder 200 Jahren nach.

Das war früher anders: die Welt war das Draußen, unermesslich groß und voller Gefahren, Unwägbarkeiten und Möglichkeiten. Die größten Einheiten, über deren Zukunft man sich Gedanken machte, waren Reiche oder Staaten. Seit einigen Jahrzehnten jedoch ist die Welt zu unserem gemeinsamen Haus, oder besser: zu unserem gemeinsamen Anwesen geworden, in dem wir fast alle Zimmer und Ecken und Flächen kennen und auch erreichen können, und die Menge an Menschen, die darauf lebt, wird langsam zu einer Schicksalsgemeinschaft. Die Welt wird mehr und mehr zum Innen, und für das Außen bleibt nur das leere Weltall.

Sorgen macht dabei vor allem, dass bereits sehr sehr viele Menschen auf dem Anwesen leben, und täglich weitere hinzukommen. Die Frage, ob die Welt als Ganze die Menge an Menschen auf ihr tragen kann, ist geschichtlich neu. Bis jetzt können wir sie mit Ja beantworten (mit der Ausnahme von Kriegen und extremer Unterentwicklung), und es ist nicht unvernünftig, dies auch für die Zukunft zu tun. Aber der Klimawandel begründet ernst zu nehmende Zweifel an diesem Optimismus.

Auf der Suche nach einem Mittel, das Bevölkerungswachstum zu vermindern, springt die Bildung der Frauen ins Auge. Nicht nur sind die Länder mit den am besten ausgebildeten Frauen auch die mit den niedrigsten Geburten pro Frau, sondern auch innerhalb der Sozialstruktur eines Landes sind die gebildetsten Frauen die mit den wenigsten Kindern. Die Geburtenrate hat allerdings auch starke lokale Einflüsse: die Zahl der Kinder pro Frau ist trotz gleicher mittlerer Schulbildung in Tansania doppelt so hoch wie in Indien. Das deutet darauf hin, dass traditionelle Einstellungen in Bezug auf die Kinderzahl in Afrika stabiler sind als im Rest der Welt.

Was können wir, in den westlichen Metropolen, beitragen, um Frauenbildung und -Ausbildung in den weniger entwickelten Gebieten zu födern? Nun, Geld hilft, Geld ist Wert. Eine Googlesuche nach „donation education of women“ oder ähnlichem führt zum Erfolg. Abgesehen von der Geburtenrate ist Bildung und insbesondere die von Frauen für sie selbst und ihr Umfeld positiv.

enough is enough

Es gibt eine Subkultur von Selbstständigen („Freelancern“) im Bereich Grafik, Webdesign und -Programmierung, Texten und noch anderen Gebieten, die es genießen, ohne Chef zu arbeiten. Einer von denen, Paul Jarvis, schreibt in Kanada einen Newsletter, der Authentizität, Realismus und Besonderheit vertritt (anstatt das übliche „makemoremoneygetmoreandbetterclients“).

Er hat kürzlich einen Text über das persönliche „Genug“ geschrieben, den ich so wertvoll finde, dass ich ihn hier verlinke.