Einige Klima- und Umweltblogs

Als regelmäßiger Reisender in der Klima-Blogosphäre will ich einige meiner öfter besuchten Seiten mal aufführen – vielleicht findet der Eine oder die Andere was davon interessant

Taminos „Open Mind“ – Blog

Tamino ist Statistiker, d.h. er weiß alles über Curve-Fitting, Vertrauensbereiche und Autokorrelations-Varianten. Als solcher nimmt er sich gelegentlich die  fragwürdige statistische Vorgehensweise von Klimawandelabstreitern vor, mit Ausflügen in benachbarte Themenbereiche.

Ugo Bardis „Resource Crisis“ – Blog

Bardi ist Professor für physikalische Chemie in Florenz, Italien. Sein Themenspektrum ist zentriert um, nun ja, die Ressourcenkrise, die sich abzeichnet, und Systemtheorie à la Club of Rome, insbesondere die „Seneca – Klippe„, sein Steckenpferd. Aber er interessiert sich auch für Probleme der Kommunikation und Denkweise in sozialen Systemen und anderes. Sympathisch.

Der Doom-and-Gloom-Blog „desdemonadespair.net“

Um den zu lesen muss man schon eine leicht perverse Lust am Ende der Welt in Scheibchen haben. Größtenteils aus anderen Quellen übernommene Beiträge. Nicht nur Klimawandel und Verwandtes (wie z.B. Waldbrände, Trockenheit et sim.) sondern auch Chemieunfälle, Artensterben und ähnlich erbauliche Dinge.

Der ziemlich wissenschaftliche Klimablog „realclimate.org“

Hier sind die Beiträge seltener, dafür erfährt man etwas über den aktuelle Fortschritte der wissenschaftlichen Entwicklung. Hat eine lange Liste von weiteren klimarelevanten Netzstellen. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung schreibt hier gelegentlich auch. Dieses trifft auch auf

Klimalounge

zu, mal einem deutschsprachigen Blog, nicht ganz so insiderhaft wie realclimate, aber auch mit wissenschaftlichem Anspruch.

Thinkprogress.org

Eine eher VS von A – zentrierte Nachrichtensammelstelle mit umweltrelevanten Stories.

Mit dem Öl ist es auch nicht mehr so weit her

Wer sich für die Welt da draußen interessiert, ich meine für die große Ökonomik, die Grenzen des Wachstums etc. etc. , interessiert sich vielleicht für die Mechanik des Ölpreises am Anfang vom Ende des Ölzeitalters.

Jemand 1 hat den Ölpreis gegen die Produktionsmenge aufgetragen. Wo ist da der Sinn? Da die Ölquellen verschiedene Produktionskosten haben, bedeutet eine Erhöhung des Ölpreises bei einem Nachfrageschub, dass mehr Quellen ihr Öl absetzen können, d.h. die Produktionsmenge steigt um ein gewisses Maß an und befriedigt den Nachfrageschub. Der Quotient aus Preis- und Produktionssteigerung ist ein Wert dafür, wie teuer es ist, an neues Öl ranzukommen. Auftritt Grafik, gefunden auf Blog Cassandras Legacy.

naturepeakoil

Seit 2005 sind die Kosten für neues Öl von ca. 3,5 auf ca. 60 mikroUS$Tage angewachsen. (Man störe sich nicht an der seltsamen Einheit.) Das ist ein Faktor von knapp 20. Anders ausgedrückt: das Produktionsvolumen kann steigen, aber die Kosten für weitere Steigerungen sind exorbitant hoch.

Angesichts der Nachfrageschübe aus Indien und China haben wir uns auf einiges einzustellen.

 1 James Murray and David King published on Nature, 26 Jan 2012, vol 481, p. 435 (nach “Cassandra’s Legacy”)

Doom and Gloom

honda_thailand_submerged

Doom heißt Verhängnis und es gibt einen Blog, der das Verhängis protokolliert. Der ist hier. Das Foto ist von da geklaut. Es ist wirklich zum schreien. Es zeigt eine Hondafabrik in Thailand am 18. Oktober 2011. Das zum Thema Jahresrückblick . Der graphische Effekt ist hübsch. Natürlich kann man wie immer dieses einzelne Ereignis nicht der Klimaerwärmung zurechnen.

Ansonsten: Waldbrände in Russland, die es wegen Fukuschima und wegen der Wiederholung, die dem Medienkunden eintönig wirkt, nicht in die Medien schafften.

Was ich nicht wusste: In China herrscht ein Bauboom, der “mehr Stahl, Eisenerz und Zement pro Kopf verbraucht als jede Industrienation in der Geschichte”. Und der möglicherweise in einer gigantischen Immobilienkrise enden wird. (Steht im Blogbeitrag).

Zum Trost ein anderes Bild, das Weltall in seiner kalten Schönheit:

komet ISS030-E-014350

Geklaut hier. Terrific!