Sloterdijk und Palestina

Lese seit längerem in kleinen Häppchen den Salonphilosophen Sloterdijk: "Zorn und Zeit". Der Mann hat so viele witzige und (finde ich) treffende, manchmal auch bissige, Wort- und Begriffsschöpfungen, dass ich jedes Mal in Jammer darüber ausbreche, dass die meisten davon allzubald im Strom der Zeit aus meinem Gedächtnis davongeschwommen sein werden. Die Grundidee des Buches … Sloterdijk und Palestina weiterlesen

Jeffrey Eugenides: Middlesex, das erste Fünftel

Lese mich langsam ein. Hat sogar den Pulitzerpreis gewonnen, 2003. Merke, dass es spannend ist. Möchte wissen, wie es weitergeht – und wie Eugenides das macht, diesen Wunsch in mir wachzurufen. Seine Bilder sind interessant, oft skurril-treffend, originell. Er vergleicht die Schwangerschaft mit einem Labyrinth, hinter jeder Ecke etwas Neues, Unbekanntes und unentrinnbar. Er beschwört … Jeffrey Eugenides: Middlesex, das erste Fünftel weiterlesen

Ein Zwischeneindruck bei der Lektüre der „Brüder Karamasow“

Ich hatte ja Anfangs das Buch als "geschwätzig" bezeichnet, weil es mit Betrachtungen über gewisse Eigenheiten der russischen Gesellschaft beginnt, als säße man abends nach dem Essen noch am Tisch und der Hausherr gäbe seine Meinung über dies und das zum Besten. Nun ist die Geschichte fortgeschritten und ich kann sagen, dass mir diese Behandlung … Ein Zwischeneindruck bei der Lektüre der „Brüder Karamasow“ weiterlesen

„Die Brüder Karamasow“, erster Eindruck

Dostojewski führt sich als Schwätzer ein, der sich über die Wandlungen der russischen Gesellschaft - hier durchaus verstanden im alten Sinne als die herrschende Klasse - auslässt und dem kein Detail zu nichtig ist, um nicht in einem Nebensatz erwähnt zu werden. Aber er breitet eine Zoologie der menschlichen Charaktere aus, die er nicht psychologisch … „Die Brüder Karamasow“, erster Eindruck weiterlesen

Mit W. G. Sebald von Limone sul Garda nach Mailand

Las W.G. Sebald, "Schwindelgefühle". Vergnüglich, wie er mit naiv wirkender Unverfrorenheit von seinen Erlebnissen auf Reisen berichtet, so als sei alles, auch das kleinste Detail, unbedingt berichtenswert. Er ist dabei nicht von dieser Welt, überall Gast, Beobachter, Reisender eben, ohne Zorn, ohne ein drängenderes Ziel, als die Zeit um 1913 durch die Lektüre Veroneser Zeitungen … Mit W. G. Sebald von Limone sul Garda nach Mailand weiterlesen

Blättern im Familienlexikon

Lese gerade "Familienlexikon" von Natalia Ginzburg, und ich muss viel lachen. Wie sie ihre Familie und all die Menschen beschreibt, mit denen sie gelebt hat! Alle erlauben sich Albernheiten und Widersprüche, und sie gibt sie wieder in einem naiv scheinenden Ton, beinahe trocken, nahezu ohne Wertung, aber man spürt das Vergnügen am unvollkommenen Menschen, ihre … Blättern im Familienlexikon weiterlesen