„Climate Leadership“

Remarks And Observations

Every now and then somebody writes about „climate leadership“ and how this or that country will loose it or take it over. IMHO this is bullshit.

If the term is not linked to the emissions themselves, but to some nice-sounding, but half-hearted, PR boosted measures, that let decrease the very emissions, that the very same country has insanely increased in the past, then it becomes just a joke.

The real climate leaders – if the term has any meaning at all – are the countries with the lowest per capita emissions, i.e. the developing and some of the intermediate countries, especially those, who do everything to not go the high-emissions-then-lower-a-bit path we went. Those are the leaders to follow, and when we look at the emissions spread (yearly, per capita) (source):

  • 20 t in US, Canada, Australia,
  • 7-11 t in Europe and China (with the developed part of China…

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Is CO2 Still Accelerating? — Open Mind

Von einem meiner Lieblings-Umweltblogs.

Keinen Schreck kriegen. Niemand hat gesagt, dass es einfach sei.
Einfach noch etwas konsequenter werden.
Politikern unbequeme Fragen stellen.
Manchmal auch Spaßbremse sein, wenn etwa Freunde nach Thailand fliegen.
Eigene Emissionen für 50 € im Jahr bei Atmosfair kompensieren, so lange es noch so billig ist. (Es wird später teuerer werden, wenn alle billigen Kompensationsmöglichkeiten aufgebraucht sind.)

 

Not only is the amount of CO2 in the atmosphere on the rise, the rise itself has been getting faster — so CO2 concentration has been accelerating. A reader recently asked whether or not there’s any sign of its increase flattening out, or even stopping its acceleration. Here’s the CO2 data from Mauna Loa:

über Is CO2 Still Accelerating? — Open Mind

Inspirierende Australierin

…kam durch Zufall auf Germaine Greer, Der weibliche Eunuch. Sie kritisiert das #metoo – Business als weinerlich: früher hätten die Frauen die ihnen nachstellenden Männer vorgeführt, abgeklatscht. Man muss es sagen: einen Mann zur Räson zu bringen ist eine weibliche Kulturtechnik, die immer benötigt werden wird.

Die Kleinfamilie und der Konsumismus habe die weibliche Sexualität ertötet, die ganze Lebendigkeit, die Würde (und den Männern erging es nicht so viel besser). Ha! Das hat mich lebendig gemacht! Es mag eine extreme Ansicht sein, die die Schüchternheit und Sanftheit der Frauen als blos gemacht, als anerzogene Behinderung ansieht, aber sie gefällt mir. Ergreift das Leben mit vollen Händen ohne euch um Süß-Sein zu scheren. Und gebt uns die Freiheit, die Ritterrüstung der Rolle in der Ecke stehen zu lassen – ohne dabei zu bloßen Softies zu werden.

Dann kann die Welt und das Leben poetisch werden, überraschend, ergreifend, inspiriert, und nicht nur als zigste Kopie abgefilmt.

nah und fern

Hurrikan Harvey hat Houston und Umgebung unter Wasser gesetzt, 30 Menschen wurde das Leben verkürzt. Der Staat Bangla Desh ist zu einem Drittel unter Wasser, mindestens 1000 Menschen verloren den Rest ihres Lebens in Bangla Desh, Indien und Nepal. (siehe z.B. hier)

Was davon kommt bei uns in die Nachrichten?

Was bedeutet das?

Die eigenen Reaktionen ohne Vorurteile und vorgefasste Ziele wahrnehmen. Sonst ist es unmöglich, zu einem liebenden Geist zu finden.

rabiater Museumsbesuch

Cranach,_Lucas_(I)_-_Adam_u_Eva_-_Museum_der_bildenden_Künste_Leipzig(Dies ist kein wohldurchdachtes Urteil, sondern eine aus einer momentanen Stimmung heraus entstandene Reaktion.)

Museum der bildenden Künste Leipzig. Moderner Bau mit enorm hohen Räumen, drei Treppenhäusern und lichtdurchfluteten Freiflächen, hineingezwängt in die Enge der Innenstadt.

Begann mit den Niederländern aus dem Barock, und das war ein guter Beginn. Ländliche Szenen, in denen alle Details mit minuziöser Genauigkeit dargestellt sind, Seestücke, Nachtstücke, Kirchen-Innenansichten komplett mit Bauarbeitern, die Gruben gruben, Stücke mit Schlittschuhfahrern, Stillleben, Musizierende.

Ich liebte all diese Details. Die Wasserkräne, die den Leuten erlaubten, mit Hilfe eines Gegengewichtes die Eimer leichter hochhzuheben, die kleinen Vordächer. Zwei Bilder, die ich kannte: Franz Hals‘ „Mulatte“, erstaunlich nachgebräunt, mit Glanzlichtern vom Schweiß auf seinem Gesicht, und van Honthorsts „Lautenspielerin“ und „Geigenspieler“, wo er exquisit das Licht der Kerze eingefangen hat und das Glück der Jugend der Musiker.

Dazwischen hatte sich ein Tiepolo verirrt, ein heiliger Soldat, der mit umwerfender Eleganz getroffen war.

Dann die Italiener, und ich muss sagen, dass ich ziemlich verstimmt war davon, dass es durchweg religiöse Themen gab: Heilige, Kreuzigungen, Andächtigkeit, Glaube allerorten, es war nicht auszuhalten.

Ein paar Deutsche. Lucas Cranachs Adam und Eva sind auch exquisit. Solche jungen Leute könnten auch hier auf der Straße herumlaufen, schlank und heiter gestimmt. Aber oft bei den Deutschen stimmen die Proportionen nicht, die Körper sehen hölzern aus. Wieder unselige protzerische Triptychons und heilige Bilder komplett mit Stifterfamilie.

Das 19. Jahrhundert sieht generell eine Perfektionierung der Körperproportionen, der Perspektive, der Material- und Lichtdarstellung – und damit eine Angleichung im Realismus. Es kommen politische Bilder: Napoleon nach einer Niederlage, ein napoleonischer General wird zu Grabe getragen. Was immer geht ist die Schönheit der jungen Frau, meist bekleidet, das reizende Gesicht samt hübscher Frisur, der hübsch gekleidete und sich bewegende Leib. Das ist immerhin eine Emotion – das Begehren, gezähmt durch die Sitte. Ansonsten bringt die Perfektion interessanterweise Plattheit mit sich.

Die Beseeltheit, die die Niederländer noch oft hatten, sie weicht einer eigentümlichen Nüchternheit, einem Blick von der Höhe des Wissens und Könnens, der nicht weit von der Langeweile entfernt ist.

Mit dem Fortschreiten der Zeit sehe ich eine zunehmende Schwierigkeit, das Malen überhaupt noch zu rechtfertigen. Wo leuchtet etwas auf, ein Funke, der etwas transportiert? Bei Modersohns „Kate im Abendsonnenschein“, einem denkbar unscheinbaren Thema, aber dort ist es. Bei einigen Bildern von Liebermann, nicht bei allen, in seiner Manier der umrahmten Flächen, die das Abstrakte bereits in das Realistische einfließen lassen. Viel technisch perfekter Kitsch, wie „Lasset die Kinder zu mir kommen“.

Die Entwicklung führt weiter zur Schonungslosigkeit und zur Hässlichkeit. In Tuscheskizzen einer Frau kommt das Abstoßende aus dem Leben einiger Frauen: die langen Brüste im Alter, das Putzen für den Mann, das Elend in den Kojen der Auswandererschiffe.

Dann der Prachtkünstler Max Klinger, der dekorativ malt, aber mit kleinen Widerhaken, mit Elementen, die nicht zusammenpassen und nicht erklärbar sind, und uns so mit all seiner Pracht und Schönheit in Unruhe zurücklässt. Aber will man dafür seine Zeit verschwenden?

Neo Rauch mit seiner Motivfülle gehört dorthin – für mich sind das Qualbilder, aus denen man was raussehen kann, wenn man will, aber ich will nicht.

Die modernen Skulpturen und Bilder (in diesem Museum) zeichnen sich durch große Armut aus und interessierten mich nicht die Bohne, mit Ausnahme einiger zarter Zeichnungen, in denen das Subtile Oberhand gewann.

Noch von Interesse: Zeichnungen von Reisenden, Neapel, Amalfi, Afrika, Arabien. Was haben diese Leute gesehen? Wunder. Sie schätzten sich sehr glücklich.

Ein Infobit aus Kenia

In parts of Marsabit and Turkana, where communities are unable to reach sustained humanitarian assistance, they are at risk of sliding in to emergency levels of hunger (IPC Phase 4), one step away from famine, between July and September.

kopiert von hier

Wider das rein individuelle Gutsein

Ich stolpere über diesen Guardian-Artikel: „Würdest du jemandem raten, in brennendem Haus mit dem Handtuch zu schlagen oder mit der Fliegenklatsche im Feuergefecht?“

Er macht sich – zu Recht – über die Winzigkeit der Effekte unseres individuellen Verhaltens lustig und spürt dahinter ein tieferes Problem auf: die Reduktion des gesellschaftlichen Seins auf die individuelle Verantwortung. Und das ist Neoliberalismus: alles, alles, ist deine Verantwortung, und nur deine. Was für eine Dummheit!

„Steeped in a culture telling us to think of ourselves as consumers instead of citizens, as self-reliant instead of interdependent, is it any wonder we deal with a systemic issue by turning in droves to ineffectual, individual efforts?“

Das ist für mich der Kernsatz, „interdependent“, ein nicht treffend übersetzbares Wort, der Kernbegriff. Sich als Teil des Netzes sehen anstatt als Teil einer Herde von Einzelkämpfern, oder Einzelschafen.

Aber das spricht natürlich gar nicht gegen individuelle Anstrengungen! Nur dass es da noch mehr gibt.