Über das Auftauchen von Allem aus dem Unbekannten

Alle Bücher sind Formen, die aus dem Unbekannten auftauchen.

Wenn ich glücklich handele*, so wird es aus dem Unbekannten aufgetaucht sein.

Auch wenn ich unglücklich handele.

Auch das Handeln der Anderen entspringt dem Unbekannten.

Das etwas Gutes da ist – und es zu erkennen – hat sich aus dem Unbekannten entwickelt.

Freiheit ist nur eine bestimmte Art, auf die Welt zu schauen, die selbst wieder Unbekanntes zur Voraussetzung hat.

Das (unzweifelhaft existierende) Bekannte ist das, was aus dem Unbekannten aufgetaucht ist, in dem Moment, wo es aufgetaucht ist.

*Handeln heiße hier die gesamte Kette von der ersten Ahnung, über das Begreifen, den Entschluss bis zum eigentlichen Tun

Das Konzept der Person aufgeben

Ich erkenne immer mehr, dass wir nicht so viel verlieren, wie wir glauben, wenn wir das naive Konzept der Person und damit der persönlichen Freiheit und Verantwortung aufgeben.

Im klassischen Paradoxon der Willensfreiheit steht das Konzept der Kausalität gegen das der Freiheit. Die Vertreter des Freiheit wittern in der Anwendung der Kausalität den Versuch, sich aus der Verantwortung herauszureden. Aber in Wahrheit ist Verantwortung nur ein anderes Wort für Bewusstsein der Kausalität! Die Verantwortung entspringt dem Bewusstsein der Kausalität, d.h. der einfachen Tatsache, dass unsere Entscheidungen Folgen haben, mit zwangloser Logik.

Das naive Konzept der Person aufzugeben heißt, es zu behalten, aber “cum grano salis”, quasi mit einer Anmerkung, erleichtert um seine moralische Aufladung.

Es heißt, in einen Tanz der Wahrnehmungen, Impulse, Entscheidungen einzutreten, in dem die Folgen unserer Handlungen natürlich vorkommen, ohne Zwanghaftigkeit, ebenso wie die möglichen Reaktionen der Mitmenschen, die Liebe oder Abneigung ihnen gegenüber, das Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe (und anderes).

Der entstehende Handlungsweg hat angenehme oder unangenehme Folgen. Insoweit keine anderen Menschen beteiligt sind, würde sowieso niemand über die Frage der Verantwortung anderen gegenüber herumstreiten – das kausale Denken reicht vollkommen aus. Sind andere Menschen beteiligt, entstehen zustimmende oder ablehnende Reaktionen, die mehr oder weniger durch unsere Interessen und die Art unserer Beziehungen begründet sind. Auch hier reicht der Begriff der Kausalität aus. Hier endlich taucht aber die Person auf – sie gibt sozusagen integrierend den Status unserer Beziehungen wieder.