Treibhausgas-Emissionen in der Welt: pro Kopf und absolut

1st - Apr 11 - 1503_54
Treibhausgasemissionen pro Kopf, in t pro Jahr

 

Quelle

1st - Apr 11 - 1403_09
Treibhausgasemissionen absolut in Mio. t pro Jahr

Quelle

China macht ca. die Hälfte von Asien aus.

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Weltlage

In Deutschland emittieren wir im Mittel 9,9 Tonnen CO2 – Äquivalent pro Kopf und Jahr. So ungefähr. Es ist gar nicht so einfach das im Netz herauszukriegen, denn die Werte ändern sich jährlich und viele Statistik-Webseiten sind hoffnungslos veraltet. Google Public Data Explorer geht nur bis 2005, Bundesministerium für Umwelt Daten von 1998 (!), und so weiter und so fort. Die besten Daten fand ich bei der EU, also hier. Danach liegen wir bei 9,9 t/ca (“c” steht für “capita”, “a” steht für “annum”). Immerhin eine Verbesserung, Trend geht nach unten, irgendwo müssen sich die Investitionen in Wind und Sonne ja bemerkbar machen.

Global sieht es leider trübe aus. Dies hier zeigt farbig die vier wichtigsten Emissionsprognosen des IPCC von 2004 und schwarz den realen Emissionsverlauf bis dato, von hier:

Rechts stehen die entsprechenden zu erwartenden Temperaturwerte im Jahre 2100, d.h. die Grenzen der jeweiligen wahrscheinlichsten Bereiche.

Ein Problem – aber auch eine Chance – besteht darin, dass die großen Emittenten China, Russland und Ukraine Energie sehr ineffizient nutzen (siehe hier, p.14), d.h. dass sie mit der technologischen Entwicklung ihren Wohlstand steigern könnten, ohne ihre Pro-Kopf-Emissionen zu erhöhen. Dies wird auch mittelfristig passieren. Deshalb ist Export effizienter Technologie mindestens so wichtig wie die eigenen Emissionen zu senken.

Nun zu uns

Wir haben ja das EEG, über das letztens so viele klagen (“Energie wird unbezahlbar…! et c.) und das uns einen beispiellosen Ausbau der Wind- und Solarstromerzeugung beschert hat.

Es ist eine Maßnahme, bei der ein bestimmter Lösungsweg subventioniert wird. Das Problem mit dieser Art Maßnahmen ist, dass sie nicht den effizientesten Weg zum Ziel bewirken, sondern den, für den der Gesetzgeber aus irgendwelchen Gründen eine Vorliebe hat. In diesem Fall heißt das, dass das Energiesparen im Allgemeinen und die Wärmedämmung im Besonderen vernachlässigt wurde.

Ökonomisch wäre es besser, das eigentliche Ziel der Emissionssenkung mit einem Preissignal zu versehen – ich habe das hier etwas trocken diskutiert -und dann dem Markt durch Investitionen in Forschung, Beratung und Propaganda auf die Sprünge zu helfen.

Auf Wetter.com gibt es einen sogenannten “Modernisierungs-Check”. Dort gibt man die Daten seines Hauses aus seiner Heizkostenabrechnung ein und kann erfahren, wieviel sich der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser bei einer energetischen Modernisierung senken und wie teuer das wäre.

Das Ergebnis ist, dass bei Modernisierung der Heizung, Isolierung der Gebäudehülle und Einsatz von Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizung eine Absenkung der entsprechenden CO2-Emissionen auf 20% möglich wäre!!

Dazu kommt eine Wohnwertverbesserung:

  • Im Sommer ist die Heizung abgeschaltet. Wenn es dann kalt wird, so wie jetzt, friert man – aber nicht, wenn man gut isoliert ist.
  • Im Hochsommer kann es unter dem Dach arg heiß werden – aber nicht wenn man gut isoliert ist.
  • Außerdem natürlich das gute Gefühl.

Aber wie teuer käme uns Mieter das (nach diesem Programm)? Nichts, Nada, Null-Ouvert, Niente! Zwar hätten wir eine Kaltmietenerhöhung von Erhöhung der Kaltmiete um 70 € zu gewärtigen, diese würde aber durch eine mittelfristige Einsparung bei den Heizkosten um 70 € gerade ausgeglichen.

Muss ich nur noch den Vermieter überzeugen, 382.000 € auszugeben, von denen er 203.000 € nicht auf die Miete umlegen kann. Könnte schwierig werden.

Was Wärme angeht, ist entweder Energie noch zu billig oder die Einsparungsmaßnahmen am Altbestand noch zu teuer.

Treibhausgase: Europa und die USA

“Die Amerikaner sind die Übeltäter, China ist ganz schlimm, die Europäer verhalten sich vorbildlich.” So könnte man vielleicht den Eindruck des normalinformierten Medienkonsumenten zusammenfassen, der sich für diese Fragen interessiert – was auf kaum einen zutrifft, aber na gut, das ist eine andere Sache.

In Kürze:

In Europa sinken die Gesamtemissionen tatsächlich seit etwa 2007 verstärkt ab, was ja gut zu sein scheint (leider für die letzten 2 jahre keine Daten auf Server):

eu emissions from eea.europa.eu

URL: http://www.eea.europa.eu/data-and-maps/data/data-viewers/greenhouse-gases-viewer

Mit den Pro-Kopf-Emissionen der Europäer verhält es sich ähnlich. Ein langsamer Abfall bis ca. 2007, dann eine deutliche “Verbesserungs”-Tendenz :

eu per capita emissions from eea.europa.eu

Aber nicht zu früh freuen. Leider hat das vor allen Dingen den Grund, dass es in dieser Zeit eine Konjunktudelle gab. D.h. die Leute sind sparsamer geworden, weil sie ärmer wurden…:

eu gdp 2002-2013 cropped from epp.eurostat.ec.europa.eu

URL: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/graph.do?tab=graph&plugin=1&language=en&pcode=tec00001&toolbox=type

Diese Vermutung bestätigt sich, wenn wir die Emissionen auf das EU-Bruttonationalprodukt beziehen:

eu emissions per gdp

Dieses weist ein langsames Absinken auf, was gut ist. Die Produktion von Werten erzeugt immer weniger THG je Euro. Aber im im fraglichen Zeitraum ist der Wert nicht besser geworden – es war wirklich nur die Krise.

In den Vereinigten Staaten beobachten wir den Krisendipp  ebenfalls, haben aber davor einen deutlich erkennbaren Anstieg:

us emissions by gas from navigatin the numbers

URL: http://epa.gov/climatechange/emissions/downloads11/US-GHG-Inventory-2011-Chapter-2-Trends.pdf

Für die V.S. verbessert sich der Pro-Kopf-Verbrauch – wenn auch auf einem höheren Niveau – ähnlich wie bei uns (dritte Kurve von oben), aber dieses ist bis 2007 mehr als ausgeglichen worden durch ein kräftiges Bevölkerungswachstum (zweite Kurve von oben), hauptsächlich durch Immigration (Quelle):

us per capita emissions from us ghg inventory 2011

Bekanntermaßen ist das Emissionsniveau dort drüben erheblich höher: In der EU schießen wir um die 9 t CO2-Äquivalent pro Jahr in die Atmosphäre (Deutschland 11-12), in den USA sind es um die 22 t, Indien: 2 t, China: 4 t. (Quelle)

Das zeigt, dass nicht nur in den wenig-entwickelten, sondern auch in der industrialisierten Welt die schiere Zunahme der Zahl der Menschen ein Hauptfaktor für die Treibhausgasemission ist. Es zeigt aber auch, dass Krisen gut für das Klima sind!