Signal und Rauschen des Weltklimas

global_anomalies_frac010

Obwohl die Temperaturkurve chaotisch aussieht, ist sie es nicht. Man kann sehr gut Veränderungen im Dekadenmaßstab von höherfrequentem „Rauschen“ abtrennen. Dieses habe ich in der obigen Grafik einmal getan. Man sieht, dass die Stärke des Rauschens, der grüne Strich, immer ungefähr gleich bleibt.

Die Originaldaten sind hellgrau im Hintergrund, die geglättete Kurve rot, deren Differenz zu den Originaldaten, das ist das Rauschen, ist blau und die Amplitude desselben grün.

Die Trennung zwischen interessierender Information und Rauschen ist willkürlich, eine Definitionsfrage. Als Bezugszeitintervall für klimatische Veränderungen wird hier 30 Jahre angegeben. Dafür ist die Glättung fast noch zu schwach.

In den folgenden beiden Plots habe ich die Anpassung der roten Kurve immer feiner gemacht, die Glättung immer schwächer. Es erscheint dann die sogenannte „Pause“ zwischen etwa 2002 und 2012, die mittlerweile beendet ist. Je mehr Struktur durch die Verfeinerung in die Signalkurve wandert, desto strukturloser wird das Rauschen, und auch seine Amplitude sinkt etwas:

global_anomalies_frac0065

global_anomalies_frac002

Ich habe hier einen Vorgang bewusst vorgeführt, den wir fast immer unbewusst vornehmen, nämlich die Isolierung der uns momentan interessierenden Informationsanteile und die Vernachlässigung der Anderen.

Und im Übrigen müssen wir unser Zertifikatesystem zum Laufen bringen…

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Fun über alles

Was sehen wir hier?  Die Lufttemperatur in Bodennähe, gemittelt über je ein Jahrzehnt, als Differenz zum Mittel von 1951-1980. Das ist die in Fachkreisen so genannte “Temperaturanomalie”, farbcodiert.

Der Farbcode ist hier (die Quelle hier):

                  giss_temperature_palette 400 44 

1980-19891980-89 470 235 

1990-19991990-99 470 235 

2000-20092000-09

Die Katastrophe entsteht durch den Zeitrafferblick – was wir hier sehen ist fast der Zeitraum einer Generation.

Welche Farben nehmen die NASA-Grafiker für das kommende Jahrzehnt – dunkleres Rot geht ja nun fast nicht mehr. Man muss sich von den Farben lösen und die realen Veränderungen denken: mehr und heftigere lange Trockenheitsperioden in einigen Gebieten, Überschwemmung durch heftige Niederschläge und Hurrikane in anderen. Weniger Wasser im Sommer durch weniger Gletscher, die es liefern könnten. Dinge mit denen man umgehen muss – und auch kann, wenn – ja wenn die Organisation erhalten bleibt, sozusagen das “Ich” eines Staates, siehe unten.

Wenn in einem Gebiet das Essen knapp werden sollte ist das Wichtigste die soziale Angleichung und Fürsorge, denn es sind immer die Armen, die verhungern. Daran kann man schon jetzt arbeiten. Die Welt wächst immer mehr zusammen. Es wird von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher, dass Menschen alleingelassen werden.

Eine große breite subjektiv langsame Veränderung ins Unbekannte hinein steht an. Es ist nachvollziehbar, dass eine solche Katastrophenangst oder Bedrücktheit entstehen lassen kann. Evolutionsbiologisch betrachtet sind Menschengruppen früher oft genug real ausgerottet oder auf Reste reduziert worden, daher unsere Sensibilität für Existenzielles. Wir hängen instinktiv an den Zuständen, die wir kennen.

Nur: von Doom & Gloom sich die Lebensfreude ruinieren lassen bringt’s auch nicht! Sein Scherflein beitragen, ja. Zum Beispiel nicht übers Wochenende nach Bangkok fliegen (– was für ein Wahnsinn, Energie ist einfach zu billig)! Strom und vor allem Wärme sparen – auch wenn sie noch billig sind. Heute können bei uns große Bevölkerungsgruppen leben wie früher  – und anderswo – nur die Reichsten. Aber man muss nicht alles tun, nur weil man es kann und es “Fun” bringt.