State of the globe: Bevölkerungswachstum und Verhütungsmittel, Nachtrag

Die geschätzte jährliche Zahl der ungeplanten Schwangerschaften (87 Millionen, Quelle) ist höher als der Geburtenüberschuss der Weltbevölkerung (ca. 70 Millionen).

Die Zahl der Frauen, die zu geringen Zugang zu Verhütungsmitteln und Beratung haben, ist etwa drei mal so hoch. (siehe auch meinen früheren Post hier).

Dies zeigt die immense Bedeutung, die dieses Thema hat – nicht nur für jedes einzelne Paar, das weniger, dafür besser ernährte und ausgebildete Kinder aufzieht, sondern auch für das ganze Land, den ganzen Globus.

Der Guardian hat diesem Thema eine Reihe von Artikeln gewidmet. Hier kann man die Steigerung der Verhütungsmittelverwendung in verschiedenen Ländern und Erdteilen verfolgen, und hier, wie die Informationsverbreitung über Friseursalons funktioniert.

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Klimawandel, Überbevölkerung und Kondome

weltbevoelkerungswachstum
Wachstumsrate in Prozent pro Jahr
weltbevoelkerung
Entwicklung der Weltbevölkerung

Es ist eine Banalität, dass das Klimaproblem nicht nur ein Reichtumsproblem ist, sondern auch ein Übervölkerungsproblem:

  • Es wird durch unsere phantastische Anzahl erst hervorgerufen. Wären wir weniger, würden wir nicht nur deswegen weniger emittieren, wir könnten auch unsere Energiebedürfnisse einfacher regenerativ befriedigen. So ist zum Beispiel die Energie aus Wasserkraft durch die landschaftlichen Gegebenheiten begrenzt. Hätten wir nur die halbe Bevölkerung, hätten wir einen doppelt so hohen Anteil an Strom aus Wasserkraft in Deutschland. Ähnliches gilt für Bioenergie, und auch für Wind.
  • Die Klimaerwärmung wird erst richtig riskant durch die große Anzahl an Menschen, die sich ernähren müssen. Zwar wächst die Welt-Nahrungsmittelproduktion seit längerer Zeit schneller als die Bevölkerung, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sich dieser Prozess durch Trockenperioden, das Ausbleiben von Schmelzwasser, zusammen mit dem  Leerpumpen unterirdischer Wasservorräte und der Degradation von Ackerböden umkehrt.

Es ist bekannt, dass die Fertilitätsrate abhängig ist vom Bildungsgrad der Menschen, insbesondere der Frauen (siehe etwa hier). Deshalb unterstütze ich UNICEF finanziell, weil die nicht nur Kindern helfen, sondern auch Schulen bauen und ausstatten.

Aber es gibt noch einen anderen, viel direkteren Zugang zum Übervölkerungsproblem – Verhütungsmittel, im puritanischen Entwicklungshilfesprech als „Familienplanung“ umschrieben. Und dort gibt es ein Problem: (ich gebe hier einfach wieder, was Bill und Melinda Gates hier schreiben): 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern haben keinen ausreichenden Zugang zu Verhütungsmitteln und -Informationen und 80 Millionen pro Jahr werden ungewollt schwanger, was sich in 20 Millionen Abtreibungsoperationen niederschlägt 1,2.

Der Geburtenüberschuss auf der Welt liegt bei 76 Millionen pro Jahr (Quelle).

Erhebt sich die Frage, was wir als Normalmenschen da tun können. Schwierig.

 

1   Dass hier die Verhütung komplett als Frauenaufgabe behandelt und das mögliche Bedürfnis von 220 Millionen Männern nach Verhütung  unterschlagen wird, ist für mich nicht nachvollziehbar, ist aber eine andere Baustelle.

2   Enthält nicht die ungewollten Schwangerschaften in den entwickelten Ländern.