Im Zufälligen und doch entschieden.

Eine Sicht auf den Menschen von einem imaginären höheren Standpunkt aus ist die als Organismus im lebendigen Netz der sozialen Beziehungen.

Dort fluktuieren Gedanken und Konzepte, die ihre Speicher in uns und in den Medien finden, und die unser Wahrnehmen, Fühlen und Handeln inspirieren. (Medium ist dabei alles von Papier bis zum Webserver…) Und diese Fluktuation ist chaotisch, unvorhersehbar. Sie findet immer wieder quasistabile Zustände, die dann als „Realität“ erscheinen. Ob wir nun von Konzepten inspiriert werden, die Leid oder Freude erzeugen, ist ebenfalls zufällig.

Allerdings erzeugt diese Sicht auf das Ganze Freude in mir.

Vom realen Standpunkt in diesem Netz in diesem Leben aus gesehen stellt sich sie Sache anders dar:

Wissend, dass unser Wahrnehmungshorizont zufällig ist, sollten wir ihn doch – wie er ist – annehmen und ausschöpfen. Wissend, dass wir ihn beschränken müssen, um handeln zu können, sollten wir die Beschränkung so verantwortlich und entschieden wie möglich vornehmen. Wissend, dass der Widerspruch zwischen Altruismus und Egoismus unentrinnbar ist, sollten wir den Punkt in dem Intervall zwischen diesen beiden Polen ohne Begründung wählen, und dabei beweglich bleiben.

 

Ein Webinar über den Umgang mit Stress

Der Trainer Lutz Urban hat den Ratschlag der Internetbusinessgurus befolgt und kostenlosen Wert im Netz zur Verfügung gestellt, um gute Kundenkontakte anzubahnen. Das war mein erstes Webinar: Eine Mischung aus Videos, in denen man ihn vortragen sieht und hört, und dynamischen Folien, in denen Zusammenhänge visualisiert werden, sowie Beantwortung von Hörermails im Anschluss.

Für mich  – und vielleicht für Andere zum Nutzen – hier eine Zusammenfassung:

Das Ziel ist es nicht, durch spezielle Aktivitäten wie Meditation, Yoga, Zerstreuung zeitweilig in einen entspannten Zustand zu gelangen, sondern im Tun, idealerweise im Arbeiten, in den realen Interaktionen, aus diesem Zustand heraus wahrzunehmen und zu handeln. (Im Folgenden wird das Wort „Stress“ in der Bedeutung „schädlicher Stress“ verwendet. Man behalte im Hinterkopf, dass es auch nützlichen, ja geradezu schönen Stress gibt, nämlich Aktionsanreiz im dem Gefühl, die Situation trotz Risiken im Griff zu haben und zum Erfolg zu führen.)

Ein einfaches Systemmodell sieht so aus:

simple_stress_system

Die Muster bilden sich ohne Zutun des Bewusstseins einfach durch Wiederholung.

Urbans Methode beruht darauf, Stressreaktionen durch den Fleischwolf zu drehen, indem man sie einen bestimmten Prozess durchlaufen lässt. Dazu muss man eine Reihe typischer Stresssituationen bei sich identifizieren, mit denen man arbeiten kann.

Die Arbeit erfolgt an einem stillen Ort, in Sicherheit und ohne andere Reize.

  1. Erkennen
    Die Neugier nach innen lenken. Die Fragen beantworten: Was genau passiert innen und in welcher Reihenfolge? Was sind die Ähnlichkeiten, die in verschiedenen Stresssituationen auftreten?
  2. Erforschen
    Schreibe ein Drehbuch der Stress-Szene:
    – Beginn
    – Einstieg
    – Hauptteil
    – Finale
    Lasse dieses Drehbuch in Zeitlupe immer wieder in der Vorstellung ablaufen und erforsche mit deiner Aufmerksamkeit das Muster darin.
  3. Neutralisieren
    Die emotionale Aufladung reduzieren. Dies hat Urban nicht sehr detailliert erläutert. Es geht jedoch um das Klopfen von bestimmten Punkten am Körper während des Ablaufens des Stressmovies, was die emotionale Reaktion beeinflusst.
    Er führte einen „Beruhigungspunkt“ innen unterhalb der Schlüsselbeine ein.
  4. Flow aktivieren
    Wenn nun die Emotionsexlosion reduziert ist, ist man frei, neue Reaktionsweisen zu etablieren. Entweder denkt man sie sich vorher aus und baut sie in sein Movie ein, um sie dann in der Situation leichter abrufen zu können, oder, wenn man bereits fortgeschritten ist, steigt man direkt in der Lebenssituation aus dem emotional-bewertungsmäßigen Zug aus und wählt intuitiv-kreativ einen neuen Zug, eine andere, bessere Variante.

Zum Beispiel ist es möglich, einem unfreundlichen Menschen gegenüber freundlich, verbindlich zu reagieren, weil einen die Unfreundlichkeit nicht stark trifft und man Zugang zu Zuneigung zu diesem Menschen bekommt. Habe ich selbst erlebt, als ein damaliger Kollege so auf meine eigene, aus meinem inneren Stress entstandene Schroffheit reagierte und mir so etwas beibrachte.

 

Was ist eine Zahl?

Eine Zahl ist Modul eines Algorithmus, der dazu dient irgendetwas zu reproduzieren (z.B. eine Länge oder eine Spannung).

Eine Zahl ist Modul eines Algorithmus, der Veränderungen bei der Übermittlung eines Wertes erkennbar und korrigierbar macht. So werden in der TTL-Technik etwa Spannungswerte in einem Bereich um 0 V auf 0 V zurückgeführt und in einem Bereich um 5 V auf 5 V. Der Algorithmus enthält also folgende Module:

  1. finde den nächsten gültigen Spannungswert um die Eingangsspannung
  2. Gültiger Spannungswert Nr. 1 (hier: 0 V)
  3. Gültiger Spannungswert Nr. 2 (hier: 5 V)

Die Einheit ist der einfachste Algorithmus des Vergleichs: dasselbe.

Alle anderen rationalen Faktoren sind Teil eines praktisch ausführbaren Vergleichsalgorithmus. “Praktisch” heißt hier: in definierter endlicher Zeit ausführbar, wenn ich beide Objekte habe.

Wenn ich nur ein Objekt habe und das andere erzeugen will, ist nur die Vervielfältigung mit natürlichen Zahlen und das Teilen durch gewisse natürliche Zahlen wie Potenzen von Zwei praktisch ausführbar in obigem Sinne.

Irrationale Zahlen sind selbst durch komplexere Algorithmen definiert, die ihrerseits auf natürlichen Zahlen aufbauen und in der Praxis nur in rationalen Näherungen verwendbar, oder repräsentiert durch ihren Algorithmus selbst.

In der Physik entstehen alle scharfen Werte durch Eigenwertbildung, das ist die Überlagerung sehr vieler Wellenfunktionen bei gegebenen Randbedingungen. Gehe ich von wenigen zu immer mehr Wellenfunktionen über, wird der entstehende Wert immer schärfer. Das heißt, dass die Eigenwertbildung ein Grenzprozess oder Selbstorganisationsprozess ist. Er enthält zufällige Variationen, die sich aber bei größer werdender Zahl mehr und mehr gegenseitig auslöschen.

Das legt nahe, dass das mathematische Objekt Zahl überhaupt ebenfalls Ergebnis eines Grenzprozesses ist.

Wenn ich keine verschiedenen Zahlen habe, habe ich gar keine.

Das Konzept der Einheit beruht auf der Anschauung der physikalischen Einheit, hier verstanden als ein physikalisches Objekt, das als ganzes bewegt werden kann, wie ein Stock oder ein Ziegelstein.

Diese physikalische Objekteinheit beruht darauf, dass zum Zerteilen Energie notwendig ist. Dies hat zur Folge, dass sie zeitlich relativ stationär ist. Diese zeitliche Stationarität ist das Kriterium für eine physikalische Objekteinheit.

Das Konzept der Einheit beruht auf der Informationsreduktion der  Sinneseindrücke, die darauf beruht, die Welt in Elemente und Beziehungen zwischen den Elementen zu zerteilen. Die Elemente bleiben dabei in sich nahezu unverändert. Auf diese Weise lässt die Veränderung der Welt von einer Szene zur nächsten sehr kompakt wiedergeben. Aus Folgen von Wiedergaben lässt sich ein Modell zur Vorhersage entwickeln.

Durch die Existenz von Klassen ähnlicher Elemente, deren Kenntnis man beim Gegenüber voraussetzen kann, lässt sich eine Szene und ihre Veränderung sehr kompakt kommunizieren.

Die physikalische Objekteinheit beruht auf der Koexistenz von Bindungs- und Abstoßungskräften, die einen stationären mittleren Abstand der kleinsten Bausteine bewirken, sowie auf deren stationärer Größe. Die Größe der kleinsten Bauteile beruht auf Eigenwertbildung im o.g. Sinne. Das heißt, dass die stationäre Größe einer physikalischen Objekteinheit auf der Eigenwertbildung einer Wellenfunktion beruht, plus einer Additionsfunktion.

Die innere Repräsentation einer physikalischen Objekteinheit ist ein innerseelisches Modul, das in sich gleich bleibt. Man kann alle inneren Module, die in sich gleich bleiben, als Objekte bezeichnen, z.B. Gesetze, Personen, Klassen. Dies ist, was Platon “Ideen” nannte. Sie stehen immer in Beziehung zu anderen.

Der Prozess der Herausbildung eines Repräsentationsmoduls in der Person ist selbst ein iterativer, insofern das Objekt unbewusst solange verändert wird, bis es stationär bleibt.

Das heißt, dass es einen Trieb des Gehirns gibt, stationäre innere Objekte zu bilden.

Also ist die Entstehung des Gleichbleibenden in der Physik und im Geist einem ähnlichen Prozess zu verdanken: der Iteration bis zur Stationarität.

“Diskret” heißt “mit hohem Vertrauen auf Konstanz”.

Eine Zahl selbst ändert sich niemals, weil ihre Konstanz zu ihrer Konstitution gehört.

Zahlen sind Inseln der Konstanz in einer sich verändernden Welt.

Ein Vervielfältigungsalgorithmus kann etwa diese beiden Module enthalten:

  1. füge n mal hinzu
  2. n

In der Praxis ist eine Zahl ohne Verwendungsalgorithmus sinnlos.

Dass physikalische Konstanten (Elementarladung, elektrische Feldkonstante, Lichtgeschwindigkeit…) konstant sind, kann wahrscheinlich eines Tages auf eine Iteration höherer Ordnung zurückgeführt werden.