Vietnam am Hindukusch

Der Wahlbetrug unter der Karzai-Regierung erweckt für den, der den Vietnamkrieg noch mitbekommen – oder sich etwas mit ihm beschäftigt hat – sehr unangenehme Erinnerungen: ein Dritte-Welt-Land, in dem eine totalitäre, hochmotivierte Guerillabewegung um die Macht und gegen die USA kämpft, ein anscheinend unaufhaltsames Ausbreiten dieser Bewegung, die nicht völlig unberechtigte Selbststilisierung der Bewegung als Verteidiger der Heimat, da sie ja (auch) gegen ausländische Kräfte kämpft – und nun auch noch dieser Offenbarungseid der lokalen Eliten, korrupt und manipulativ zu sein. Wenn etwas, war es damals die Verdorbenheit, Unfähigkeit und der Machthunger der südvietnamesichen Elite, die ihren Untergang und damit den der südvietnamesischen „Demokratie“ besiegelt haben. Das ist es, was diesen Krieg damals schmutzig gemacht hat und den heute schmutzig macht – die Frage, ob die gute Sache, für die „wir Europäer“ uns haben hineinziehen lassen, wirklich so gut ist – ob sie wirklich mehr ist, als das kleinere Übel.

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