Keine solare Fernwärme in Berlin…

Projektplan der „Urban Tech Republic

Habe vor einem Jahr diese Petition für ein solare-Fernwärme-Projekt mit saisonaler Wärmespeicherung an den Berliner Senat abgeschickt. Man kann dort große Speicherbecken anlegen, auf deren Oberfläche wahlweise Solarthermie oder Photovoltaik steht, wobei letztere noch Wärmepumpen und Wärmesammelflächen für das Beladen der Becken benötigt. (Mit Hybridmodulen können die Panels dann selbst als Wärmetauscher genutzt werden.)

Darauf kam nach einiger Zeit folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Lenné,

die Mitglieder des Petitionsausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin haben Ihre Ein­gabe vom 21. August 2019 beraten.

Zunächst bitten wir um Entschuldigung, dass die Ihnen übersandte Eingangsbestätigung vom 26. August 2019 einen falschen Betreff enthielt; korrekt lautet dieser „Regelung für solare Fernwärme mit saisonaler Wärmespeicherung“.

In der Sache selbst hatten wir uns mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Be­triebe in Verbindung gesetzt. Der zuständige Staatssekretär hat Ihre in der Petition dargestell­ten Ideen und Intentionen, nämlich den Einsatz eines saisonalen Wärmespeichers und die großflächige Nutzung von Solarthermie, grundsätzlich begrüßt. Diese Punkte seien in einer Machbarkeitsstudie „Kohleausstieg und nachhaltige Fernwärmeversorgung Berlin 2030″ un­tersucht worden. Jedoch hätten hierfür in Berlin keine geeigneten Flächen (bis auf eine Fläche für eine Solarthermie-Anlage) identifiziert werden können, was vorerst einer entsprechenden weitergehenden Realisierung entgegenstehe. Dies schließe jedoch nicht aus, dass in Zukunft geeignete Flächen identifiziert werden könnten und die entsprechenden Punkte umgesetzt würden. Die Möglichkeit zur Emissionsreduktion der Berliner Fernwärme solle — dies hat der Staatssekretär abschließend bekräftigt — fortlaufend analysiert werden.

Im Ergebnis können wir Ihren konkreten Vorschlag in Anbetracht der bestehenden Sachlage gegenwärtig leider nicht aufgreifen; die Hinweise der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Ener­gie und Betriebe sind aus unserer Sicht einleuchtend. Wir werden Ihren Vorschlag jedoch bei unseren weiteren Beratungen im Abgeordnetenhaus nicht aus den Augen verlieren und darauf — soweit dies möglich ist — zurückkommen.

Wie kommt es dass man „keine geeignete Fläche identifizieren“ konnte?

Nun, die fragliche, geeignete Fläche ist schon für ein anderes Projekt vorgesehen: „The Urban Tech Republic„, ein Forschungs- und Industriepark für „urbane Technologie“ – was immer diese geschwollene Wortschöpfung repräsentiert.

Es gibt eine Studie „B2030“ , in der unter anderem die Gebäudewärmesituation in Berlin analysiert wird. Da stehen viele schöne Sachen drin: Niedertemperaturnetze, Halbierung der wärmebedingten CO2-Emission, Wärmeisolierung. Der spezifische Energieverbrauch in Berlin ist mit 207 kWh/m² ziemlich hoch. Er soll auf etwa 70 kWh/m² gesenkt werden. Das ist anspruchsvoll. Bei 200 Mio m² Wohnfläche dürften wir also bei 14 GWh/a Wärmeverbrauch landen. Der Flughafen hat eine Fläche von 3,6 km² und der Wärmeertrag von Solarwärme liegt um 500 kWh/a, also gewinnen wir dort maximal 1,8 GWh Wärmeenergie, das sind 13 % des verminderten Wärmebedarfs. Das wäre doch was.

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